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Thüringen Keine größeren Verstöße gegen Corona-Verordnungen

Proben werden auf das Coronavirus getestet. Foto: Peter Steffen/dpa/Symbolbild

(Foto: Peter Steffen/dpa/Symbolbild)

Der sonnige Karfreitag lockt in Thüringen zwar Menschen vor die Tür, größere Verstöße gegen die Corona-Verordnungen bleiben jedoch zunächst aus. Aber auch an dem stillen Feiertag steigt die Zahl nachgewiesener Infektionen.

Erfurt (dpa/th) - Bei reichlich Sonne haben es sich viele Thüringer am Karfreitag auf ihren Balkonen und in ihren Gärten gemütlich gemacht. Auch für Spaziergänge etwa über Feldwege im kleinen Kreis nutzten sie den Feiertag. Dabei habe es bis zum späten Nachmittag keine größeren Einsätzen für die Polizei wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnungen gegeben, hieß es bei der Landeseinsatzzentrale der Polizei.

"Sehr erfreulicherweise hält sich die Gesellschaft im Großen und Ganzen an die Verordnungen", sagte ein Polizeisprecher. Nur in Einzelfällen seien mehr Menschen als erlaubt zusammengekommen. Aktuell dürfen zur Eindämmung des Coronavirus in der Regel nicht mehr als zwei Menschen aus verschiedenen Haushalten zusammentreffen. Auch ein Mindestabstand von 1,5 Metern ist etwa beim gemeinsamen Spazieren einzuhalten.

In Hildburghausen fertigte die Polizei bereits am Donnerstag mehrere Anzeigen wegen kleinerer Verstöße gegen die Verordnung an. Unter anderem löste sich eine Gruppe auf dem Markt erst auf, als sie mit Nachdruck von den Beamten dazu aufgefordert worden war.

Aber auch aus anderem Grund gab es Grund zur Mahnung an die, die das Haus verließen: "In Thüringen gilt derzeit die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe. Bitte Vorsicht beim Osterspaziergang im Wald! Waldbrand ist das Letzte, was die Kamerad*innen der Feuerwehr jetzt gebrauchen können!", schrieb Innenminister Georg Maier (SPD) bei Twitter am Freitag.

Derweil stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit Sars-Cov-2 landesweit auf 1420, wie die Staatskanzlei mit Stand 10.00 Uhr am Freitag mitteilte. Damit sei die Zahl innerhalb der vergangenen 24 Stunden um 66 nachgewiesene Infektionen gestiegen. Zudem habe es weitere Todesfälle nach Infektionen gegeben, so dass von mindestens 24 Toten ausgegangen wurde.

Bei 37 Krankenhauspatienten zeigte sich demnach ein schwerer Verlauf der durch das Virus verursachten Covid-19-Lungenkrankheit. Schätzungen zufolge sind in Thüringen inzwischen 770 Menschen wieder genesen. Besonders gebeutelt war nach wie vor der Landkreis Greiz mit 225 nachgewiesenen Infektionen und 12 Todesfällen.

Am Freitag trat zudem eine weitere Verordnung in Kraft. Einreisende aus dem Ausland müssten danach in eine zweiwöchige Quarantäne, hieß es beim Gesundheitsministerium. Die Regelung soll bis einschließlich 19. April gelten. Laut Verordnung müssen sich Menschen nach der Einreise aus dem Ausland auf direktem Weg "in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft" begeben und sich bei den Behörden melden. Während der Quarantäne ist es Betroffenen "nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören".

Mit der Verordnung folge Thüringen Vorgaben der Bundesregierung, hieß es in einer Mitteilung vom Karfreitag. "Wir fordern der Bevölkerung mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis hin zu Grundrechtseinschränkungen sehr viel ab", erklärte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Daher sei es wichtig, Maßnahmen bestmöglich abzustimmen. Sie sei aber skeptisch, die Regelung pauschal auf sämtliche Reiserückkehrer anzuwenden, während es in einigen Regionen der Welt ein geringeres Infektionsrisiko als in Thüringen gebe.

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