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Thüringen Kirchturmspitze für einzigartige Fledermauskolonie ausgebaut

Eine Fledermaus bei einem Ausflug. Foto: Sherri Fenton/Brock Fenton/dpa/Symbolbild

(Foto: Sherri Fenton/Brock Fenton/dpa/Symbolbild)

Dosdorf (dpa/th) - In der Kirche St. Otmar in Dosdorf im Ilm-Kreis ist am Freitag das frisch sanierte Quartier für eine Kolonie von Fledermäusen der Gattung Mausohr eingeweiht worden. "Die Fledermauskolonie in Dosdorf ist einmalig für Thüringen", erklärte Landrätin Petra Enders (parteilos). Dass die Mausohren sich dort nach wie vor wohlfühlten, sei der Unterstützung und dem tatkräftigen Engagement vieler zu verdanken.

Die Kolonie der Großen Mausohren in der Kirche St. Otmar ist den Angaben des Landratsamtes zufolge seit 36 Jahren bekannt. Über die Jahre hätten sich jedoch der Bauzustand der Kirche und damit die Lebensbedingungen für die streng geschützten Tiere verschlechtert. Die Sanierung begann dann im Oktober 2019 und dauerte bis April 2020 an.

Wie es hieß, wurde die Turmspitze den Bedürfnissen der Fledermäuse entsprechend von Grund auf neu errichtet. Zudem seien die Treppen instandgesetzt und im Fachwerk des Turmes Durchflugsmöglichkeiten für die Tiere geschaffen worden. Mit einer neu eingebauten Lichtschrankenanlage, die durch die Interessensgemeinschaft Fledermausschutz und -forschung in Thüringen gefördert wurde, kann die Fledermauskolonie zukünftig aktiv kontrolliert werden.

Mittlerweile haben die Großen Mausohren ihre angestammte Stätte wieder zurückerobert, wie Enders erklärte. Das Thüringer Umweltministerium unterstützte die Sanierung den Angaben nach mit 370 000 Euro. Die Gesamtinvestition belief sich auf 550 000 Euro, wobei die Thüringer Aufbaubank für die Mehrkosten aufgekommen sei.

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