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Thüringen Klassik Stiftung zwischen Parks und Pandemie

Präsidentin der Klassik Stiftung Ulrike Lorenz. Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild

(Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild)

Wann Besucherinnen und Besucher wieder ins Schiller-Museum können, um die Ausstellung "Ich hasse die Natur" zu sehen, das bleibt offen. Bis dahin ist aber einiges in den Parks in Weimar zu erkunden. Denn auch hier ist die Stiftung fleißig am Werkeln.

Weimar (dpa/th) - Hier wird noch gehämmert, dort Folien geklebt: Im Schiller-Museum in Weimar werden mit Blick auf das Eröffnungswochenende des Themenjahrs letzte Arbeiten an der Hauptausstellung ""Ich hasse die Natur!" Mensch, Natur, Zukunft" getan. Sammlungsexponate sollen hier in Zukunft mit zeitgenössischer Kunst kombiniert Besucherinnen und Besuchern gezeigt werden. "Wir setzen einen ganz starken Schwerpunkt bei der Literatur", sagte die Kuratorin der Ausstellung, Kristin Knebel, am Donnerstag.

"Dazu wurden literarische Zitate ausgewählt, die wir wie eine Seite aus einem Buch herausreißen und in einen neuen Zusammenhang stellen", erklärt Knebel. Jedes Zitat ist nachzuhören und wird durch eine Medieninstallation ergänzt. So wird etwa ein auditives Loblied des Dichters Friedrich Hölderlin auf die Natur von - erst schönen, dann schrecklichen - Bildern des Regenwaldes begleitet.

Die drei Kapitel "Killing us softly" (deutsch: töte(t) uns sanft), "Destroy!" (deutsch: Zerstör!) und "Die Zukunft der Natur" sind bildgewaltig - "Das ist sicherlich nichts für kleine Kinder", sagte Knebel gleich an mehreren Stellen.

Die Klassik Stiftung Weimar möchte mit ihrem Themenjahr "Neue Natur" die Beziehung zwischen Mensch und Natur behandeln. Klimawandel und andere Naturthemen sollen erörtert werden, Projekttage und Workshops für Schulklassen sind geplant. Zudem geht es um das Zusammenspiel von Kunst, Philosophie, Natur und Parkgestaltung.

Dass das diesjährige Thema die Parks und Außenanlagen der Stadt aktiv einbeziehe, komme im Pandemiejahr gelegen, sagte die Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz am Donnerstag in Weimar. So könnten die Lastenräder für Workshops im Freien auch in der Pandemie durch die Quartiere radeln, Familien mit gestellten Erkundungsrucksäcken die Parks und Gärten erkunden. "Vieles, um nicht zu sagen, alles Geplante wird nach und nach, so wie es auch angelegt war, modulhaft eröffnen", zeigte sich Lorenz optimistisch.

Zum Auftakt des Themenjahres der Klassik Stiftung Weimar am Wochenende werden die Türen der Museen aber coronabedingt geschlossen bleiben. "Bis auf die digitalen Angebote wird keine Haustür aufgehen", sagte Lorenz. Auch ein öffentlichkeitswirksames Fest zur Eröffnung der Pavillon-Konstruktion "Grünes Labor" im zum Unesco-Welterbe gehörenden Park an der Ilm am Wochenende sei aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich.

Wann erste Gäste in der Ausstellung Blätter von den multimedial inszenierten Papierblöcken reißen und sich die größtenteils aus dem 20. Jahrhundert stammenden Textstellen aus literarischen Werken und Eindrücke mit nach Hause nehmen können, blieb zunächst offen. Klar ist aber laut Stiftung: "Unter dem Motto eines Thomas-Bernhard-Zitats setzt die Ausstellung unseren idyllischen Parkanlagen einen starken Kontrapunkt entgegen."

© dpa-infocom, dpa:210415-99-216199/5

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