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Thüringen Landesamt: Weniger Immobilienkäufe während Corona-Lockdown

Ein Schild mit der Aufschrift

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv/Symbolbild)

Erfurt (dpa/th) - Die Corona-Krise hat deutliche Spuren auf dem Thüringer Immobilienmarkt hinterlassen. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Übersicht des Landesamtes für Bodenmanagement und Geodäsie ist die Zahl der geschlossenen Kaufverträge für Grundstücke von März bis Mai gegenüber dem Vorjahreszeitraum prozentual teilweise zweistellig zurückgegangen. Betroffen seien alle Immobilienarten von Wohneigentum bis zu unbebauten Flächen, sagte Thomas Roos, Leiter der Landesgeschäftsstelle der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte.

"Der Lockdown war deutlich zu spüren", sagte Roos. Am deutlichsten fiel der Rückgang bei Kaufverträgen mit 16,8 Prozent im April aus; im Mai lag er bei 14,1 Prozent; im März war er noch mit 9,1 Prozent etwas weniger stark ausgeprägt. Roos geht davon aus, dass die wochenlangen strengen Kontaktbeschränkungen zu weniger Notarbesuchen und auch Hausbesichtigungen geführt haben. Insgesamt wurden nach vorläufigen Zahlen im ersten Halbjahr rund 13 300 Immobilienkaufverträge geschlossen; im ersten Halbjahr 2019 waren es gut 14 100.

Mit zunehmenden Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen zeichnet sich laut Roos für Juni nach ersten Prognosen eine Erholung ab. Tendenziell habe das möglicherweise mit einem Nachholeffekt zu tun. Andererseits seien Kredite nach wie vor sehr günstig zu haben, was sich auf den Erwerb etwa von Wohneigentum auswirken könne. Das Landesamt erarbeitet regelmäßig Übersichten über die aktuellen Immobilienkaufpreise auf der Grundlage von notariellen Kaufverträgen und die Entwicklung von Bodenrichtwerten.

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