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Thüringen Maier will Gesundheitsmanagement bei der Polizei verbessern

Georg Maier (SPD), Thüringens Innenminister, sitzt im Plenarsaal des Thüringer Landtages. Foto: Bodo Schackow/Archiv

(Foto: Bodo Schackow/ZB/dpa)

Im Durchschnitt war im vergangenen Jahr fast jeder zehnte Thüringer Polizist krank. Die CDU-Fraktion fordert Verbesserungen im Gesundheitsmanagement. Innenminister Georg Maier (SPD) sieht Überalterung des Personals als Hauptproblem.

Erfurt (dpa/th) - Wegen der steigenden Krankenquote bei der Thüringer Polizei will das Innenministerium das Gesundheitsmanagement und die psychologische Betreuung für die Bediensteten verbessern. Derzeit werde an einem umfassenden Konzept zum Gesundheitsmanagement gearbeitet, das auf die körperliche und geistige Gesundheit der Polizisten abzielen soll, sagte Innenminister Georg Maier (SPD) am Dienstag in Erfurt. Außerdem wurde die Stelle eines Gesundheitsmanagers geschaffen.

Auch die CDU-Fraktion forderte, das Gesundheitsmanagement auszubauen. Ähnlich wie gesetzlich Versicherte sollen Beamte Angebote für Ernährungsberatung, Sportkurse oder psychologische Beratungen auch außerhalb des Dienstes erhalten können, so die CDU-Fraktion in einer Mitteilung. Der CDU-Innenpolitiker Raymond Walk warf der Landesregierung Untätigkeit vor.

Nach Daten des Innenministeriums stieg der Krankenstand bei der Polizei im vergangenen Jahr erneut. Im Durchschnitt waren demnach rund 10,7 Prozent der Beamten im Vollzug und der Verwaltung sowie der Tarifbeschäftigten krank. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" darüber berichtet. Im Jahr 2017 betrug die Krankenquote rund 10,4 und vor fünf Jahren etwa 9,2 Prozent. Nach Angaben des Innenministeriums bezieht sich die Krankenquote stets auf das gesamte Kalenderjahr. Damit fließen unter anderem auch die Wochenenden mit in die Berechnung ein.

Maier nannte das steigende Durchschnittsalter der Polizisten als ein Hauptproblem. "Wir erleben jetzt die Folgen des Sparkurses der vergangenen Jahre", sagte er. Es fehle an Nachwuchs. Daher müssten auch mehr Stellen für fertig ausgebildete Polizeianwärter geschaffen werden.

Maier betonte, dass Polizisten größeren gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind als Menschen in vielen anderen Berufen. "Das liegt auch an der besonderen psychischen Belastung, die dieser Beruf mit sich bringt", sagte Maier. Polizisten seien nach Verkehrsunfällen oft die ersten vor Ort und müssten sich mit schrecklichen Straftaten beschäftigen.

Es gebe bereits eine psycho-soziale Notfallversorgung für Polizisten, "damit sofort jemand da ist, wenn es eine Krisensituation gibt", sagte Maier.

Manche psychische Probleme würden aber erst nach Jahren zu Tage treten. "Deshalb müssen wir die psychologische Betreuung auch für diese Fälle verbessern", sagte Maier. So soll ein weiterer Polizeiarzt eingestellt werden. Allerdings konnte die Stelle seit mehr als einem Jahr nicht besetzt werden. "Fachärzte können auf dem freien Markt oft höhere Gehälter erzielen", sagte Maier. Derzeit gibt es laut Ministerium zwei hauptamtliche psychologische Fachkräfte.

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