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Thüringen Mindestens sieben Wolfswelpen in Thüringens Wäldern

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Jahrzehntelang galten Wölfe in Thüringen als ausgestorben. Nun gibt es an wenigen Standorten wieder einige der geschützten Raubtiere - in diesem Sommer wurden es einige mehr.

Erfurt (dpa/th) - Die Wölfe in Thüringen haben Nachwuchs bekommen. Mindestens sieben Welpen wahrscheinlich im Alter von drei Monaten seien in den Wolfsterritorium Ilfeld im Südharz und Ohrdruf im Thüringer Wald gesichtet worden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Erfurt am Freitag auf Anfrage. Sie seien auf den Bildern von Wildkameras zu sehen, die von Anfang August stammten und jetzt ausgewertet worden seien.

Die Fotos belegten im Südharz mindestens zwei kleine Wölfe, fünf seien es wahrscheinlich bei Ohrdruf, wo sich die streng geschützten Tiere auf einem nur noch teilweise genutzten Truppenübungsplatz angesiedelt haben.

Bei Ilfeld waren die Elterntiere 2021 erstmals genetisch nachgewiesen worden - ihr Territorium reiche bis Sachsen-Anhalt. Die Mutter der Ohrdrufer Welpen stamme aus einem Wurf von 2020. Eine genetische Identifizierung des Nachwuchses steht laut Ministerium noch aus.

Welpen, die ihre ersten Wochen in der Wurfhöhle verbringen, würden im Alter von etwa drei Monaten von ihren Eltern, aber auch Rudelmitgliedern mit ihrer Umgebung vertraut gemacht. Die Jungtiere blieben bis zur Geschlechtsreife im Alter von ein bis zwei Jahren im Rudel.

Nach Angaben des Ministeriums gab es bisher sieben standorttreue Wölfe im waldreichen Thüringen. In der Region Ohrdruf seien es drei. Ein junger Rüde würde sich aber wahrscheinlich in nächster Zeit ein eigenes Territorium suchen. Zwei standorttreue Wölfe seien in der Region Ilfeld unterwegs, einer in der Region Zella-Rhön und einer bei Braunlage, der als Grenzgänger zwischen Niedersachsen und Thüringen gelte.

Das Thüringer Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs rief Nutztierhalter in den Regionen mit Wolfsnachwuchs auf, den Schutz ihrer Herden zu überprüfen und die Unterstützungsangebote zum Herdenschutz zu nutzen. Mit Schutzmaßnahmen sollte frühzeitig begonnen werden, "damit Weidetiere nicht als einfache Beute kennen gelernt und genutzt werden", so das Ministerium.

Quelle: dpa

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