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Thüringen Ministerin: Risiko bei Schweinepest gestiegen

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild)

Erfurt (dpa/th) - Thüringen hat nach Angaben von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) Vorkehrungen gegen die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest getroffen. Mitte September sei eine Tierseuchenübung organisiert worden, sagte Werner am Dienstag in Erfurt. Zudem gebe es wie in anderen Bundesländern auch behördliche Krisenpläne. Nach dem Fund eines infizierten Wildschweins in Polen, nur 80 Kilometer entfernt von der Landesgrenze zu Brandenburg, sei das Seuchenrisiko gestiegen.

"Es gibt noch keinen Grund zur Sorge, aber einen Grund sorgsam zu sein", sagte Werner. Thüringen habe rund 5000 Schweinehalter, darunter Großbetriebe mit bis zu 20 000 Schweinen. Ein Ausbruch der Seuche hätte damit auch große wirtschaftliche Einbußen zur Folge.

Ein Gefahrenpotenzial sind nach Angaben Werners Lebensmittel wie mitgebrachte Schinken, Salami- oder Mettwurst aus Risikogebieten, aber auch unbehandelte Jagdtrophäen sowie schlecht desinfizierte Lastwagen.

Sollten tote Wildschweine in Thüringens Wäldern gefunden werden, seien sofort die Veterinärämter zu informieren. Keinesfalls dürften die Tiere transportiert werden. Für Jäger gebe es eine Broschüre, die sogenannte "ASP-Fibel", mit Praxishinweisen.

Gefahr bestehe vor allem, wenn tierische Lebensmittel aus Risikogebieten in Deutschland in die Umwelt gelangten und von Wildschweinen gefressen werden könnten. Nahezu jedes infizierte Schwein sterbe an der Afrikanischen Schweinepest, die für Menschen ungefährlich sei. Tierbestände, in denen die Seuche auftrete, müssten getötet werden.

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