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Thüringen Ministerium plant Erleichterungen für Schulprüfungen

Ein Abiturient läuft an einem Schild mit der Aufschrift „Abitur - Bitte Ruhe!“ vorbei.

(Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild)

Zum dritten Mal werden die Abschlussprüfungen an den Thüringer Schulen im Zeichen der Corona-Pandemie stehen. Wieder soll es für die Abschlusskandidaten Erleichterungen geben - etwa mehr Wahlfreiheiten bei Prüfungsaufgaben. Reicht das?

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Schüler, die in diesem Jahr einen Abschluss machen wollen, können wegen der Corona-Pandemie auf Erleichterungen hoffen. Erste Pläne des Bildungsministeriums sehen je nach Schulart unter anderem eine Reduzierung von Prüfungen, mehr Auswahl bei den Aufgaben oder längere Vorbereitungszeiten vor, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Eine Abmilderungsverordnung, die es bereits in den zurückliegenden Corona-Jahren gab, soll voraussichtlich im März im Bildungsausschuss abschließend beraten werden, wie der Ausschussvorsitzende Torsten Wolf am Freitag sagte.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) begründete die Pläne seines Ministeriums mit den Folgen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb. Die Kultusministerinnen und Kultusminister von Bund und Ländern seien sich einig, dass die Schüler keine pandemiebedingten Nachteile haben sollten. "Abschlüsse und Abschlussprüfungen werden selbstverständlich als gleichwertig gegenseitig unter den Ländern anerkannt, ohne das Anspruchsniveau abzusenken", sagte Holter.

Die Pläne sehen vor, dass für qualifizierenden Hauptschulabschluss, Realschulabschluss und Besondere Leistungsfeststellung am Gymnasium nur drei statt vier Prüfungen von den Schülern verlangt werden.

Außerdem soll es beim Abitur eine längere Vorbereitungszeit geben, indem die Prüfungstermine nach hinten verschoben werden. Diese geänderten Termine stehen demnach bereits seit Beginn des Schuljahres fest. Auch sollen in vielen Prüfungsfächern wieder mehr Auswahlmöglichkeiten bei den Aufgaben möglich sein.

Geplant ist zudem, dass bis einschließlich nach der achten Klasse keinerlei Versetzungsentscheidung - also ob ein Schüler die Klassenstufen wiederholen muss - getroffen wird. Zugleich können aber bis zum 15. Juni Anträge gestellt werden, eine Klasse freiwillig zu wiederholen.

Die Thüringer CDU-Fraktion nannte die automatische Versetzung in die nächste Klassenstufe "fatal". "Den Schulen wird schon wieder die Möglichkeit genommen, Konsequenzen daraus zu ziehen, wenn der Lernerfolg eines Schülers nicht ausreicht, um in der nächsthöheren Klassenstufe zu bestehen", erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Tischner. Keinem sei geholfen, wenn Lernrückstände von Jahr zu Jahr weitergeschleppt würden. "Im Zweifel ist es besser, eine Klasse zu wiederholen, als am Ende ganz ohne Abschluss dazustehen."

Wolf sagte, der Bildungsausschuss müsse klären, ob die angepeilten Maßnahmen im inzwischen dritten Jahr der Pandemie ausreichen. "Das werden wir als Parlamentarier mit dem Bildungsministerium auszudiskutieren haben", sagte Wolf. So stelle sich die Frage, ob zum Beispiel bei den Prüfungen für den Realschulabschluss und dem qualifizierten Hauptschulabschluss "zentrale Vorgaben die beste Lösung sind oder schulinterne Regelungen sinnvoller sind - in Abstimmung mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien", wie Wolf sagte.

Unterdessen plant das Bildungsministerium eine Umstellung der Corona-Tests nach den Winterferien. Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahre sollen demnach künftig einen Antigen-Schnelltests für die Nase benutzen statt wie bisher Lollitests, die im Mund angewendet werden, sagte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Der genaue Start steht noch nicht fest und hängt unter anderem von neuen Testlieferungen ab. Für Kinder unter zwölf Jahren bleibt es bei den Lollitests.

Ihre Anwendung gilt als besonders einfach. Nach Angabe des Sprechers sind sie vor allem bei hoher Viruslast verlässlich. Von den Tests für die Nase verspreche man sich auch bei einer mittleren Viruslast eine hohe Empfindlichkeit beim Erkennen einer Corona-Infektion.

Die Tests für die Nase haben einen finanziellen Vorteil, wie eine Kostenaufstellung zeigt: Für die Zeit nach den Winterferien hat das Bildungsministerium 2,35 Millionen Tests für die Nase bestellt - für 5,4 Millionen Euro. Außerdem wurde eine Bestellung von 2,45 Millionen Lollitests ausgelöst. Kosten: 11,5 Millionen Euro. Die Lollitests sind also fast doppelt so teuer wie die Tests für die Nase.

Quelle: dpa

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