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Thüringen Neues Gesetz sieht Beratungsstelle für Prostituierte vor

Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft. Foto: Andreas Arnold/dpa

(Foto: Andreas Arnold/dpa)

Erfurt (dpa/th) - Der Landtag hat mit großer Mehrheit ein Prostituiertenschutzgesetz für Thüringen beschlossen. Dem Gesetz, das unter anderem die Einrichtung einer dauerhaften Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter vorsieht, stimmten am Donnerstag Linke, SPD, Grüne, CDU und FDP zu. Die AfD-Fraktion enthielt sich. Neu ist künftig auch, dass sich Prostituierte in den Kommunen anmelden sollen und nicht mehr nur beim Landesverwaltungsamt in Weimar.

Das Land gewähre Verwaltungskostenfreiheit für das Anmeldeverfahren, das Prostituierte regelmäßig durchlaufen müssten und ersetze den Kommunen die Kosten, sagte Innenminister Georg Maier (SPD). Dadurch solle erreicht werden, dass sich Prostituierte anmelden und Beratung in Anspruch nehmen und nicht in eine Grauzone gedrängt würden.

Die Linke-Abgeordnete Karola Stange bezifferte die Zahl der Sexarbeitenden in Thüringen auf etwa 500 - davon seien 350 angemeldet, die Dunkelziffer sei 150. Die AfD-Fraktion ging dagegen von weit über 1000 Prostituierten im Freistaat aus.

Thüringen hat damit wie andere Bundesländer bereits das Bundesprostituiertenschutzgesetz aufgegriffen und eigene Regelungen getroffen.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-475102/2

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