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Thüringen Prozess um Attacke aus Eifersucht in Artern geplatzt

Das Justizzentrum Mühlhausen mit Landgericht und Staatsanwaltschaft. Foto: Martin Schutt/zb/dpa/Symbolbild

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Mühlhausen (dpa/th) - Der Prozess um eine Gewaltattacke mit Todesfolge im Kyffhäuserkreis ist ausgesetzt worden. Auch mit Blick auf Vorstrafen des Angeklagten gab das Landgericht Mühlhausen am Dienstag den rechtlichen Hinweis, dass für den 44-Jährigen bei einem Urteil auch Sicherungsverwahrung in Betracht komme. Der Mann soll im Juni 2019 in Artern aus Eifersucht einen 42-Jährigen mehrfach geschlagen und für dessen Tod fünf Tage später verantwortlich sein.

Die neue Prozesslage um eine mögliche Sicherungsverwahrung nutzten die Verteidiger für einen Aussetzungsantrag, dem das Gericht zustimmte. Staatsanwältin und Nebenklägervertreterin hatten zuvor nicht widersprochen. Voraussichtlich im Juni 2020 soll der Prozess neu begonnen werden. Dann müssen etwa auch Zeugen neu aussagen.

Der Angeklagte bleibt in Untersuchungshaft und soll laut Gericht ein weiteres Mal psychiatrisch begutachtet werden. Der Psychiater soll klären, ob Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung gegeben sind. Die Sicherungsverwahrung erlaubt, dass ein Verurteilter auch nach Absitzen einer Freiheitsstrafe in Haft bleibt, wenn davon ausgegangen wird, dass er eine Gefahr für die Allgemeinheit bleibt.

Die Verteidiger haben Strafakten des Angeklagten zur Einsicht mitgenommen. In den Akten geht es laut Staatsanwaltschaft um Körperverletzungs- und Raubdelikte, weswegen der Mann vorbestraft ist und bereits mehrere Jahre inhaftiert gewesen war.

Zwei Augenzeugen hatten den Angeklagten im Prozess schwer belastet. Eine 30-Jährige und ihr zwölfjähriger Sohn schilderten mehrere Attacken auf den später Gestorbenen in der Wohnung der Frau. Der Angeklagte räumte im Prozess zwei Faustschläge ein. Von weiteren Schlägen und Tritten distanzierte er sich.

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