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Thüringen Ramelow: Nicht alles in Krise Gelerntes sofort ignorieren

Bodo Ramelow, der Ministerpräsident von Thüringen. Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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Erfurt (dpa/th) - Nach Kritik an seinem Vorstoß zur Beendigung der landesweiten Corona-Beschränkungen hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) seinen Ansatz weiter erläutert. Ihm sei es etwa ein Anliegen, von bestimmten polizeilichen Maßnahmen Abstand nehmen zu können. "Wenn in der Fußgängerzone zwei Familien laufen, möchte ich nicht mehr, dass die Polizei dort hingehen muss und sagen muss: Sind Sie nun aus einem Haushalt, aus zwei Haushalten, oder aus drei Haushalten?", sagte Ramelow am Montag in Erfurt. Anlass war ein Treffen mit Vertretern der Evangelischen Kirchen und römisch-katholischen Bistümern im Freistaat.

Der Regierungschef betonte, dass das Virus nach wie vor gefährlich sei. "Ich neige nicht dazu, jetzt Empfehlungen abzugeben, das man alles, was man antrainiert und angelernt hat, jetzt auf einmal ignorieren sollte." Mit Bezug auf seine vorherigen Äußerungen bemerkte er, er habe lediglich gesagt, er könne sich vorstellen, bei einer ganzen Reihe von Verboten zu Geboten überzugehen.

Mit Blick auf die von Innenminister Georg Maier angekündigte Auflösung des Landeskrisenstabs, sagte Ramelow, dass stattdessen im Gesundheitsministerium die Kapazität hochgefahren werden solle. Begründung: "Damit die Steuerung und Abwehr von Infektionen in den Gesundheitsämtern lokal viel stärker betrachtet wird." So wünsche er sich, dass die Gesundheitsämter beratende Kapazitäten haben, um etwa Kirchengemeinden bei deren Hygienekonzepten zu unterstützen, erklärte der Ministerpräsident.

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