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Thüringen Rauschgiftkriminalität sinkt: Trotzdem mehr Drogentote

Innenminister Georg Maier. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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In Thüringen ist erstmals die Zahl der Rauschgiftdelikte gesunken. Zugleich starben deutlich mehr Menschen im Freistaat an den Folgen ihres Drogenkonsums. Eine Substanz bereitet dabei besonders Sorgen.

Erfurt (dpa/th) - In Thüringen sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben als 2018. Das geht aus der aktuellen polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die Innenminister Georg Maier (SPD) am Donnerstag in Erfurt vorstellte. Demnach starben im vergangenen Jahr 26 Menschen - 23 Männer und 3 Frauen - im Zusammenhang mit ihrem Drogenkonsum. Im Jahr zuvor waren es 17 Menschen. Maier bezeichnete die Entwicklung als unerfreulich. Die Zahl der Drogentoten liege auf historisch hohem Niveau in Thüringen. "Diese Zahl muss reduziert werden."

Generell ging die Zahl der Straftaten in Thüringen demnach auf 129.301 zurück. Dies sei der niedrigste Wert seit Beginn der Erfassung der polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 1993, sagte Maier. Der Rückgang ziehe sich durch fast alle Kriminalitätsbereiche. Im Jahr 2018 wurden noch 143.158 Delikte registriert. Allerdings ging auch die Aufklärungsquote leicht zurück - von 66,1 Prozent im Jahr 2018 auf 61,1 Prozent im vergangenen Jahr. "Es ist für uns natürlich auch Ansporn, wieder besser zu werden", betonte der Minister. Die Quote könne sich aber sehen lassen.

Den höchsten Anteil an der Kriminalität im Freistaat haben Diebstähle. Sie machen 27 Prozent aller Delikte aus, gingen aber ebenfalls zurück - auf 34.952 Fälle. Laut Maier hatten es Diebe in Thüringen besonders auf Boden-, Keller-, Dienst-, Büro-, Werkstatt-, und Lagerräume abgesehen. "Offensichtlich gibt es Tätergruppen, die sich darauf spezialisiert haben."

Auch die Delikte im Bereich Rauschgiftkriminalität gingen zurück - und zwar erstmals seit Beginn der Statistik 1993. Im vergangenen Jahr wurden 11.692 Fälle registriert, 1460 weniger als noch im Jahr 2018. "Von besonderer Bedeutung ist hier die Droge Crystal Meth", stellte Maier fest. Davon habe man noch nie so viel sichergestellt wie im vergangenen Jahr.

Einen Anstieg gab es laut Statistik bei Sexualstraftaten. Maier zufolge ist hier der Anteil nichtdeutscher Straftäter im Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung besonders hoch. In Thüringen wurden im vergangenen Jahr 1827 Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfasst, 118 mehr als im Jahr zuvor. Maier betonte, dass die Zahlen sich wegen einer unterschiedlichen Erfassungsmethode nur schwer vergleichen ließen. "Nichtsdestotrotz: Diese Zahl ist zu hoch."

Man müsse noch mehr Anstrengungen unternehmen, um besser zu werden. Dabei seien sowohl präventive als auch repressive Maßnahmen nötig. Der SPD-Politiker wies darauf hin, dass im Bereich der Sexualstraftaten der Anteil nichtdeutscher Täter im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil hoch sei.

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