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Thüringen "Rollende Klimaschützer": Mehr Alltag für Radverkehr

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Erfurt (dpa/th) - Mit einer neuen Charta soll der Rad- und Fußverkehr im Alltag gestärkt werden. Es handele sich um einen Wertekanon, der aufzeige, "dass wir für eine Verkehrswende, die jetzt beginnen muss, einstehen", erklärte Thüringens Verkehrsministerin Susanna Karawanskij am Mittwoch in Erfurt. Die Charta sollte von 29 Akteuren und Institutionen unterzeichnet werden - unter anderem von fünf Ministerien und dem Gemeinde- und Städtebund. Sie setze "ein Zeichen für mehr Alltagsnormalität des Rad- und Fußverkehrs im Straßenbild und in unseren Köpfen", so die Linke-Politikerin.

In den Leitlinien der Charta heißt es unter anderem: "Wir setzen uns dafür ein, dass mehr Menschen in Thüringen das Fahrrad gern als Verkehrsmittel nutzen beziehungsweise gern zu Fuß gehen." Im Mittelpunkt stehe vor allem die Verlagerung von Fahrten für Kurzstrecken von bis zu zehn Kilometern vom Auto auf den Rad- und Fußverkehr. Karawanskij erklärte, zentrales Anliegen sei es, den Rad- und Fußverkehr mit anderen Verkehrsarten gleichzustellen.

Außerdem geht es um Verkehrssicherheit. "Ziel sind keine Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Dafür müssen wir ein sicheres Verkehrssystem schaffen", erklärte Innenminister Georg Maier (SPD).

Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) nannte Fahrradfahrer "rollende Klimaschützer". "Wir brauchen mehr und sicherere Fahrradwege, die alle gerne nutzen. Das stärkt die Gesundheit der Radlerinnen und Radler und schont die Umwelt aller", erklärte die Ministerin. Bessere Bedingungen für den Radverkehr erhöhten die Lebensqualität.

Nach Thüringens "Radverkehrskonzept 2.0" soll der Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2030 auf 15 Prozent erhöht werden. Dafür soll das Radroutennetz ausgebaut werden.

Den Angaben nach gibt es in Thüringen rund 3400 Kilometer überregionale und regionale Themen-Radrouten sowie rund 10.200 Kilometer lokale Radnetze. Entlang der Bundesstraßen betrug die Länge der Radwege am 1. Januar 2022 rund 360 Kilometer - und damit fast ein Viertel der Länge aller Bundesstraßen im Freistaat. Schlechter ausgebaut sind dagegen Landstraßen: Hier gibt es 270 Kilometer Radwege, was etwa 6,6 Prozent der Länge der Landesstraßen insgesamt entspricht.

Quelle: dpa

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