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Thüringen Rund 200 Auftritte von Neonazi-Musikern in zwei Jahren

Die Abgeordnete Katharina König-Preuss (Die Linke) spricht im Thüringer Landtag. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

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Erfurt (dpa/th) - Nach Erkenntnissen des Innenministeriums sind in Thüringen in den vergangenen zwei Jahren 23 rechtsextreme Musikbands und zwölf Neonazi-Liedermacher aktiv gewesen. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linke-Abgeordneten Katharina König-Preuss hervor. "Thüringen war vor 15 Jahren bereits Rechtsrockland und ist es auch heute noch", erklärte König-Preuss, die bei der Linke-Fraktion Sprecherin für Antifaschismus ist, am Freitag.

Der Aufstellung nach wurden in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt 78 rechtsextreme Konzerte und andere Veranstaltungen gezählt. Thüringer Neonazi-Bands und Liedermachern werden mindestens 199 Auftritte in Thüringen und anderen Regionen zugerechnet. Aus den Daten geht auch hervor, dass es in den Jahren 2018 und 2019 in Thüringen 17 Vertriebe von rechtsextremem Material gab. Dazu zählten unter anderem Musik-Labels, Läden, Versandhandel.

"Falls jemand daran Zweifel hatte: ja, wir haben ein gewaltiges Nazi-Problem." Neonazis nutzten Thüringen als Rückzugsort und verdienten sich "eine goldene Nase", teilte König-Preuss mit. Sie geht sogar von noch mehr Vertriebsstrukturen im Freistaat aus, als auf der Liste des Innenministeriums aufgeführt. In Thüringen gelte Rechtsrock als Exportschlager über die Landesgrenzen hinaus. Dies werde durch CDs, virtuell und bei Hunderten Auftritten auf extrem rechten Musikveranstaltungen deutlich, erklärte König-Preuss.

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