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Thüringen Schnelltests machen Hoffnung auf Kulturöffnungen

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Wer möchte, soll sich bald schnell und regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen können. Die Aussicht lässt in der Kultur Hoffnung aufkommen. Doch auch der Ruf nach bestimmten Voraussetzungen für die Öffnung von Kulturhäusern für negativ Getestete wird laut.

Gotha/Erfurt (dpa/th) - Die Einführung von Corona-Schnelltests sollte aus Sicht des Direktors der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha auch zu Öffnungen in der Kultur führen. "Wir begrüßen jede Überlegung, die Häuser so schnell wie möglich zu öffnen", sagte Stiftungsdirektor Tobias Pfeifer-Helker auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Hygienekonzepte und Abstandsregeln seien ohnehin bereits für die Häuser vorhanden.

Offen für diese Idee zeigte sich auch Kulturminister Benjamin- Immanuel Hoff (Linke): "Mehr Impfstoffe, die zur Verfügung stehen und verimpft werden sowie die Bereitstellung von individuell verfügbaren Schnelltests können neue Möglichkeiten für die Öffnung von Einrichtungen und die Durchführung von Veranstaltungen geben." Er betonte allerdings, dass Tests ordnungsgemäß und - solange nötig - von geschultem Personal durchgeführt werden müssten.

Könnten gerade Kunstmuseen, die ohnehin durch Klimatisierung in der Pandemie besonders sicher seien, wieder für Besucher mit negativen Testergebnissen geöffnet werden, wäre das ein wünschenswertes positives Signal und eine Perspektive für die Zukunft, sagte Pfeifer-Helke. "Es geht auch um die gesellschaftliche Bedeutung der Museen." Diese spielten gerade auch als Angebote für älteres Klientel eine wichtige Rolle. In der Vergangenheit sei der Fehler begangen worden, Museen und andere Kulturangebote den Freizeiteinrichtungen und Bordellen zuzuordnen, kritisierte er.

"Von unserer Seite wäre es aber besser, wenn die Museen, die Schnelltests für Besucher selbst anbieten können", so der Stiftungschef. "Die Häuser sind finanziell auch sehr gebeutelt, es wäre also sehr zu begrüßen, wenn die Tests kostenlos zur Verfügung gestellt werden können." Damit könne eine Gleichbehandlung der Besucher sichergestellt werden. Hoff betonte ebenfalls: "Schnelltests müssen für alle zugänglich sein. Es darf keine soziale Spaltung geben. Denn auch hier gilt das Prinzip: Kultur für alle."

Wohl ab Mitte März sollen alle Bürgerinnen und Bürger in Testzentren, Apotheken oder Praxen laut Konzept des Bundesgesundheitsministeriums zweimal wöchentlich kostenlos einen Antigen-Schnelltest machen lassen können. Getestete bekommen das Ergebnis schriftlich. Die Nachweise sind laut Konzept auch "denkbar als Voraussetzung zum Betreten bestimmter Einrichtungen". Dazu kommen Selbsttests, die man kaufen kann. Selbsttests unter Aufsicht von Veranstaltern könnten auch Voraussetzung für das Betreten von Restaurants, Theatern oder Kinos werden.

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