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Thüringen Spahns Reformpläne zur Notfallversorgung rufen Kritik hervor

Jens Spahn. Foto: Jörg Carstensen

(Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Erfurt (dpa/th) - Pläne zur Reform der Notfallversorgung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind beim Thüringer SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Hartung (SPD) auf Kritik gestoßen. Der Gesundheitspolitiker Hartung sieht in Spahns Vorschlag, Rettungsdienstnummern wie die 112 und 116117 in gemeinsame Notfallleitstellen als zentrale Lotsen zusammenzulegen, einer Mitteilung von Montag zufolge nur eine Umschichtung der Problematik.

In den Zentralen soll Spahns Vorstellungen nach vorgeklärt werden, ob ein Patient ins Krankenhaus kommt, ob der Bereitschaftsdienst zuständig sein soll oder auch eine normale Sprechstunde reicht. Wer direkt ein Krankenhaus aufsucht, soll im dort angesiedelten Integrierten Notfallzentrum Hilfe bekommen. Diese Zentren sollen eine Notfallversorgung vornehmen und den Weg in eine stationäre Aufnahme oder ambulante Versorgung ebnen. Betrieben werden sollen die Zentren gemeinsam von den Kliniken und den Kassenärztlichen Vereinigungen.

Spahn verspricht sich davon, dass Notaufnahmen entlastet werden. Zu viele Patienten gingen direkt in die Notaufnahme, obwohl das gar nicht nötig sei. Für die Pläne könnte aber eine Grundgesetzänderung nötig werden. Denn bisher ist die Organisation der Rettungsdienste Ländersache. Hartung zufolge würden so bestehende und aus seiner Sicht gut laufende Strukturen in Thüringen zerschlagen werden.

"Das Problem ist doch, dass viel zu oft Menschen in den Notaufnahmen landen, die kein akuter Notfall sind. Das lösen wir nicht, in dem wir die Menschen von einer Notfallstruktur in die nächste schieben", teilte Hartung am Montag mit. Er könne sich eine Art Notfallgebühr vorstellen, die das Problem behebe. "So könnte der Arzt nach der Untersuchung einen Vermerk für die Krankenkasse machen, ob es sich um einen Notfall gehandelt hat oder nicht."

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