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Thüringen Staatssekretär: Preis für Talsperrenwasser bleibt stabil

Blick über die Zeulenrodaer Talsperre. Foto: Bodo Schackow/Archivbild

(Foto: Bodo Schackow/ZB/dpa)

Jeder zweite Thüringer bekommt Talsperrenwasser, wenn er den Hahn aufdreht. Künftig sollen es noch mehr werden, wenn es nach der Fernwasser-Gesellschaft des Landes geht. Sie peilt neue Versorgungsgebiete an und plant mehrere Großprojekte.

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Trinkwasserversorgung ist nach Angaben von Umweltstaatssekretär Olaf Möller trotz der lang anhaltenden Trockenheit sicher. "Das Wasser wird uns nicht ausgehen", sagte Möller am Donnerstag bei der Vorlage von Geschäftszahlen der Thüringer Fernwasser-Gesellschaft in Erfurt. Ziel sei es zudem, den Preis für Talsperrenwasser in den kommenden vier bis fünf Jahren stabil zu halten. Dafür würden 15 Prozent des Jahresüberschusses, der sich 2018 auf den Rekordwert von 2,2 Millionen Euro belief, zurückgelegt.

Allein mit den fünf Trinkwassertalsperren, die derzeit im Betrieb sind, könnten 70 Prozent der Bevölkerung versorgt werden. Derzeit seien es erst 53 Prozent - mit steigender Tendenz. Der andere Teil der Bevölkerung erhält Wasser aus lokalen Trinkwasserbrunnen.

Die Thüringer Fernwasserversorgung, die mehr als 60 Talsperren und Rückhaltebecken betreibt, habe allein im vergangenen Jahr 36,8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an kommunale Wasserzweckverbände geliefert, die in der Regel zusätzlich über Brunnen verfügten. Mit der Schmalwassertalsperre bei Tambach-Dietharz (Kreis Gotha), die eigentlich als Trinkwassertalsperre gebaut wurde, gebe es zudem eine Reserve, sagte Geschäftsführer Thomas Stepputat. Geliefert wurden im vergangenen Jahr außerdem 15,2 Millionen Kubikmeter Brauchwasser.

Neue Projekte seien die Versorgung der Stadt Bad Langensalza mit Talsperrenwasser. Der Vertrag dafür sei im Dezember 2018 abgeschlossen worden. Geliefert würden 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser von 2020 an. Die Verbraucher dort erhielten damit Wasser mit einem deutlich geringeren Härtegrad und weniger Kalk als bisher. Für den Leitungsbau gebe das Land einen Zuschuss von vier Millionen Euro, sagte Möller. Neuanschlüsse für Talsperrenwasser seien unter anderem in Sömmerda, dem Altenburger Land und Schmölln im Gespräch. Stepputat: "Der Trinkwasserabsatz soll auf rund 40 Millionen Kubikmeter pro Jahr steigen."

Mit Wasser aus der Schmalwassertalsperre sollen zudem zwei neue Wasserkraftanlagen betrieben und Obstbauern auf den Fahner Höhen nördlich von Erfurt versorgt werden. Die Kraftwerke werden laut Stepputat noch vor Jahresende Strom liefern. Ein neues Landesgesetz ermöglicht es dem Unternehmen, auch Geld mit der Stromerzeugung aus Wasser, Wind und Sonne zu verdienen. Laut Möller werden unter anderem Solaranlagen über Teilbereiche von Wasserspeichern geprüft.

In Angriff genommen wird nach jahrelangem Tauziehen laut Möller die Sanierung der Talsperre Weida in Ostthüringen, die stärker für den Hochwasserschutz genutzt werden soll. Dafür seien nach einer Optimierung Kosten von rund 39 Millionen Euro veranschlagt. Die Arbeiten, die einen großen Vorlauf brauchten, würden jetzt vorbereitet. Lange war diskutiert worden, ob die Talsperre aus den 1950er Jahren abgerissen, abgelassen, als technisches Denkmal ausgewiesen oder erhalten werden soll.

Die Sanierung werde aus dem Landeshaushalt finanziert, sagte Möller. Sie soll laut Stepputat 2023 beginnen und etwa zwei Jahre dauern. Dafür müsste das Wasser aus der etwa fünf Kilometer langen Talsperre gelassen werden.

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