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Thüringen Studie: Weniger rechtsextreme Einstellungen in Thüringen

Marion Reiser, Politologin, bei einer Pressekonferenz. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

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Im Corona-Jahr 2020 waren unter Thüringern rechtsextreme Haltungen weniger verbreitet als im Jahr davor. Auch Zufriedenheitswerte mit der Demokratie stiegen. Mit teils rechtsextrem eingestellten Corona-Skeptikern gibt es aber auch neue Herausforderungen.

Erfurt (dpa/th) - Einer aktuellen Studie zufolge waren im vergangenen Jahr rechtsextreme Einstellungen unter Thüringern weniger verbreitet als noch im Jahr 2019. Das geht aus dem aktuellen Thüringen-Monitor hervor, den die Jenaer Politologin Marion Reiser am heutigen Dienstag (13.00 Uhr) in Erfurt vorstellen wird. Demnach wurden beispielsweise Aussagen zur Erfassung rechtsextremer Einstellungen von den Befragten deutlich seltener unterstützt als noch 2019. Zuvor hatte die "Thüringer Allgemeine" darüber berichtet.

Die Zustimmung zur Aussage "Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten" sank beispielsweise von 26 auf 14 Prozent. Auch Unterstützung für die antisemitische Aussage "Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns" ging von 16 auf 8 Prozent zurück - und halbierte sich damit.

Zugleich stieg der Anteil der "zufriedenen Demokraten" in Thüringen mit 65 Prozent auf einen Höchstwert. Laut der Studie stuften fast zwei Drittel der Befragten die Demokratie als beste aller Staatsideen ein und zeigten sich mit ihrem Funktionieren zufrieden.

Für den Thüringen-Monitor wurden zwischen dem 3. September und dem 5. Oktober 1110 Thüringer Wahlberechtigte telefonisch befragt. Die repräsentative Studie wurde von der Thüringer Staatskanzlei in Auftrag gegeben. Der Thüringen-Monitor wird seit dem Jahr 2000 jedes Jahr veröffentlicht und untersucht vor allem die Einstellungen der Menschen im Freistaat zu Demokratie und Rechtsextremismus.

Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Corona-Pandemie, wobei die Befragung noch vor Beginn des Winter-Lockdowns stattfand und die Infektionszahlen damals noch nicht so hoch waren wie derzeit.

Damals war eine deutliche Mehrheit der Thüringer mit Corona-Regeln wie der Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen einverstanden. Demnach hielten zum Zeitpunkt der Befragung 83 Prozent der Studienteilnehmer die Maskenpflicht und 74 Prozent Kontaktbeschränkungen für sinnvoll oder sehr sinnvoll.

Ein Befund der Studie ist, dass viele Rechtsextreme zugleich auch Corona-Skeptiker sind und die Gefahren, die von dem Virus ausgehen, verharmlosen. Ebenso finden sich unter den Corona-Skeptikern viele rechtsextrem eingestellte Thüringer.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-176985/3

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