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Thüringen Suchthilfe warnt vor illegalen Online-Casinos

Ein Roulette-Spiel. Foto: Marcel Kusch/Archivbild

(Foto: Marcel Kusch/dpa)

Erfurt (dpa/th) - Kurz vor dem bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht hat der Thüringer Fachverband Drogen- und Suchthilfe vor illegalen Online-Casinos gewarnt. "Solche Online-Glücksspiele sind bis auf Schleswig-Holstein in Deutschland eigentlich verboten", sagte Claudia Frisch von der Thüringer Fachstelle Glücksspielsucht am Montag. Trotzdem gebe es Werbung dafür und vielen Menschen sei auch in Thüringen nicht klar, dass die Teilnahme daran nicht erlaubt sei. "Zudem ist das Ganze äußert niedrigschwellig und bequem: Das Spielen ist schon mit dem Smartphone in der Straßenbahn möglich", erklärte Frisch.

Tatsächlich warnte jüngst auch der Verband der Deutschen Automatenwirtschaft vor einer Abwanderung der Verbraucher in den illegalen Glücksspielmarkt im Internet. Dabei sei nicht annähernd ein Jugend- und Spielerschutzniveau gegeben wie es zum Beispiel beim legalen gewerblichen Automatenspiel der Fall sei, hieß es.

Mit dem bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 25. September wollen die Bundesländer auf das hohe Suchtpotenzial von Glücksspielen hinweisen. "Wir von der Fachstelle sagen nicht, dass Glücksspiel verboten werden muss", sagte Frisch. Aber es müsse vor allem von staatlicher Seite alles getan werden, damit Glücksspielsucht überhaupt nicht entstehe. Das solle auch bei den aktuellen Gesprächen über den ab 2021 neuen Staatsvertrag berücksichtigt werden, der die Rahmenbedingungen für Glücksspiel zwischen den Bundesländern festgelegt, so Frisch.

Ausgehend von Zahlen aus dem Jahr 2016 leben dem Fachverband zufolge 11 000 Menschen in Thüringen, die aus eigener Kraft nicht mit dem Spielen an Geldspielautomaten und ähnlichem aufhören können. Der Staat verdient durch Steuereinnahmen an legalem Glücksspiel mit.

Glücksspielsucht Thüringen

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