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Thüringen Tablet am Spieltisch: Skatspieler nutzen Digitalisierung

Skatspieler zeigen ihr Können. Foto: Rainer Jensen/Archiv

(Foto: Rainer Jensen/Archiv)

Nachdem sich Skatspieler bereits bei Online-Turnieren messen können, soll künftig auch bei herkömmlichen Wettkämpfen vermehrt digitale Technik zum Einsatz kommen. Allerdings nur um Spielergebnisse zu erfassen. Der persönliche Kontakt bleibt den Spielern wichtig.

Altenburg (dpa/th) - Bei Turnieren nutzen Skatspieler zunehmend Tablets an ihren Spieltischen. Allerdings laufen die Geräte nicht den Spielkarten den Rang ab, sondern ersetzen Zettel und Stift. "Bei uns hält die digitale Erfassung der Spielergebnisse Einzug", sagte der Präsident des Deutschen Skatverbandes, Hans-Jürgen Homilius, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nach ersten Erfahrungen etwa bei der Mannschaftsmeisterschaft und beim Deutschen Städtepokal soll die Technik auch bei anderen Turnieren zum Einsatz kommen. Homilius: "Die Teilnehmer sind begeistert von den neuen Möglichkeiten."

Die Eingabe der Ergebnisse über eine App sei sehr einfach - nach kurzer Einweisung auch für Spieler, die wenig Erfahrung mit digitaler Technik hätten. Zudem müsse an den Tischen weniger selbst gerechnet werden, weil das Programm die Auswertung übernehme. Und die Ergebnisse seien sofort verfügbar und vergleichbar, bemerkte der Verbandschef. So könnten die Spieler sehen, wie sie im Vergleich zu ihren Konkurrenten dastehen. Und die daheimgebliebenen Vereinskameraden seien in der Lage, den Verlauf der Turniere zeitnah zu verfolgen und mitzufiebern.

Im kommenden Jahr soll die Technik nun bei weiteren Turnieren Einzug halten - etwa bei der Einzelmeisterschaft mit etwa 450 Teilnehmern sowie der Tandemmeisterschaft, zu der mehr als 600 Spieler erwartet werden. Für diese Wettkämpfe müssen sich die Teilnehmer Homilius zufolge qualifizieren. Bei offenen Skatrunden würden die Ergebnisse weiterhin mit Zettel und Stift erfasst, weil der Aufwand, die Daten der Spieler einzupflegen, Zeit brauche.

Zwar können Skatspieler längst auch im Internet ihrem Hobby frönen und bietet der Deutsche Skatverband Online-Meisterschaften. Dennoch werde die Digitalisierung auf absehbare Zeit nicht das Kartenspiel am Tisch ersetzen, ist Homilius überzeugt. "Uns ist die soziale Komponente wichtig. Wir wollen, dass sich Menschen beim Skat gegenüber sitzen und persönlich Kontakt haben."

Ziel sei es, dass die Ergebnisse künftig an jedem Tisch sogar mit zwei Tablets erfasst werden, erläuterte der Verbandspräsident. Bei Eingabefehlern könne das System dann sofort Alarm schlagen.

Laut Skatverband spielen in Deutschland schätzungsweise 20 Millionen Menschen Skat. In dem Verband sind rund 19 000 Spieler organisiert - Tendenz weiter fallend. An diesem Wochenende wollen Vertreter der einzelnen Landesverbände in Altenburg zum Verbandstag zusammenkommen und dabei auch über das Thema Digitalisierung beraten. In Altenburg wurde das Skatspiel, das inzwischen als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt ist, vor mehr als 200 Jahren erfunden.

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