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Thüringen Telefonberatungsangebote in der Corona-Krise

Eine ehrenamtliche Telefonseelsorgerin. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild)

Erfurt/Meiningen (dpa/th) - Die zur Eindämmung des Coronavirus nötige Isolierung hat auch in Thüringen Auswirkungen auf psychologische und seelsorgerliche Beratungsangebote. Um etwa gerade häuslicher Gewalt entgegenzuwirken, hat die Bewährungs- und Straffälligenhilfe (BSH) Thüringen Telefon- und Onlineberatungsangebote eingerichtet. Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegen des Virus brächten eine Reihe an Risikofaktoren für Gewalt in Partnerschaften und in Familien mit sich, teilte der Verein am Mittwoch mit.

Beratungsstellen in Erfurt, Gera, Mühlhausen und Suhl seien derzeit für Besucher geschlossen. Das Team sei nun aber von Montag bis Freitag jeweils von 16.00 bis 20.00 Uhr über die Telefonnummer +49 361 219 23 529 und zudem über die E-Mail-Adresse meiningen@orange-thueringen.de zu erreichen.

"Die angespannte unklare Situation, fehlende Perspektiven, finanzielle Unsicherheit sowie Ängste verschiedener Art, aber auch die Mehrfachbelastung im Home-Office mit gleichzeitiger Kinderbetreuung, Einschränkungen von sozialen Kontakten und fehlenden Freizeitmöglichkeiten können zu einem gesteigerten Aggressionspotenzial führen", hieß es. Das Angebot ziele darauf ab, Gewalt in Beziehungen zu verhindern und richte sich etwa an Männer, die fürchten, Partnerinnen zu attackieren. In den Beratungsgesprächen könnten etwa Strategien zur Konfliktlösung erarbeitet werden.

Das Thüringer Innenministerium wies am Mittwoch zudem auf Möglichkeiten hin, die auf der Website der Landeszentrale für psychosoziale und seelsorgerliche Notfallversorgung auch mit Blick auf die Corona-Krise zusammengestellt sind. "Viele Menschen wollen sich entlasten und suchen gerade jetzt Ansprechpartner gegen die Einsamkeit zuhause", sagte Uta Milosevic, Leiterin der Geschäftsstelle der Ökumenischen TelefonSeelsorge Erfurt.

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