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Thüringen Thüringen bleibt bei Pipeline-Forderung für Kali-Abwässer

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Erfurt/Kassel (dpa/th) - Thüringen pocht auf eine Entlastung der Werra durch salzhaltige Abwässer des Kali-Konzerns K+S und verlangt weiterhin den Bau einer Pipeline zur Weser. Sie befürchte, dass die Werra-Weser-Anrainerländer vorschnell ein Aus der Fernleitung beschließen, erklärte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Donnerstag in Erfurt. Sie habe darum ihre Teilnahme am Treffen der Minister der sogenannten Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG) in Kassel abgesagt.

Mit der Pipeline wollte K+S Salzabwässer aus der Produktion im hessisch-thüringischen Werra-Revier in die Weser leiten. Doch der Konzern setzt nun auf andere Entsorgungswege.

2015 hätten sich die Anrainer-Länder unter dem Vorsitz von Thüringen darauf verständigt, dass die Leitung notwendig ist, wenn die Zielwerte zur Salzbelastung der Flüsse nicht erreicht werden. "Dazu stehe ich", erklärte Siegesmund. "Nachhaltige Lösungen zum Reduzieren der Salzbelastung in Werra und Weser dürfen nicht verzögert werden. Denn so bekommen wir bis 2027 kein sauberes Wasser in die Flüsse."

Die Weseranrainer dürften K+S nicht aus der Verantwortung entlassen. Siegesmund: "Ich werde es nicht akzeptieren, das Thüringen weiter die Hauptlast der Salzeinleitung in die Werra trägt."

K+S will über die eigentlich für Ende 2021 vorgesehene Absenkung der Grenzwerte neu verhandeln, um Zeit für neue Entsorgungswege zu gewinnen.

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