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Thüringen Thüringen gedenkt Corona-Toten: Landtag beteiligt

Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf einer Covid-19-Intensivstation. Foto: Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa/Archivbild

(Foto: Bodo Schackow/dpa-zentralbild/dpa/Archivbild)

Erfurt (dpa/th) - Mehr als 3600 mit dem Coronavirus infizierte Menschen sind in Thüringen seit Beginn der Pandemie gestorben. Um an sie zu erinnern, beteiligen sich auch in Thüringen Behörden, Kommunen und andere an diesem Wochenende an Gedenkaktionen.

Der Landtag in Erfurt kündigte an, dass am Samstagabend eine riesige brennende Kerze an der Fassade des Landtagshochhauses zu sehen sein werde. Für Sonntag wurde Trauerbeflaggung am Parlamentsgebäude angekündigt. Auch in den Fenstern der Staatskanzlei sollen Kerzen an die Toten erinnern. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) rief wie die anderen Länderchefs auch Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an den Abenden ebenfalls Kerzen in die Fenster zu stellen.

"Allen, die die Gefährlichkeit des Virus leugnen, die an den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zweifeln oder diese gar als Instrumente einer totalitären Diktatur sehen, sage ich: Den Verlust eines geliebten Menschen zu erfahren und zu erleben, wie der Partner, das eigene Kind oder die Eltern aus dem Leben gerissen wurden - häufig ohne sich angemessen verabschieden zu können - bedeuten unvorstellbares Leid", sagte Ramelow. "Leid, das wir nicht zu verhindern vermochten, das uns aber Mahnung und Motivation ist im tagtäglichen Kampf gegen das Virus."

"Viele Menschen haben Familienmitglieder und enge Freunde verloren - das ist tieftraurig. Wir möchten deshalb ein weithin sichtbares Zeichen senden, um an die Menschen zu erinnern", sagte Landtagspräsidentin Birgit Keller. Sie appellierte in Anbetracht der weiter steigenden Infektionszahlen an die Disziplin der Menschen: "Ich verstehe diejenigen, die ungeduldig auf Öffnungen drängen, weil ihre wirtschaftliche Existenz davon abhängt oder sie die kulturelle Vielfalt unseres Landes gefährdet sehen. Doch es braucht noch eine gewisse Zeit, bis uns die Impfungen mehr Nähe erlauben."

Zur Erinnerung an die Corona-Toten richtet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag in Berlin eine zentrale Gedenkfeier aus, die im Fernsehen und Radio übertragen wird.

© dpa-infocom, dpa:210417-99-240445/2

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