Regionalnachrichten

Thüringen Thüringen gedenkt Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft

Bodo Ramelow spricht bei der Zentralen Gedenkveranstaltung Thüringens zum Volkstrauertag. Foto: Michael Reichel/dpa

(Foto: Michael Reichel/dpa)

Erfurt (dpa/th) - In mehreren Thüringer Städten ist der Toten der beiden Weltkriege und der Opfer von Gewaltherrschaft gedacht worden. Bei der zentralen Veranstaltung zum Volkstrauertag am Sonntag im Landtag in Erfurt sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), es gehe um ein tiefes Mitgefühl mit dem Leid anderer Menschen und das Tragen von Verantwortung. "Wir erinnern an das Schicksal der Soldaten vieler Nationen und Nationalitäten, der Bombenopfer, der Kriegsflüchtlinge, wir erinnern an die Leiden der KZ-Häftlinge und der Zwangsarbeiter."

Es gehe nicht nur um das Gedenken der deutschen Toten, sondern aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Ein zentrierter Blick auf das eigene Leid würde Versöhnung erschweren, sagte Ramelow.

Er und Landtagspräsidentin Birgit Diezel würdigten die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der 100 Jahre besteht. Er kümmere sich nicht nur um die Gräber von Opfern, sondern schaffe auch Lernorte der Geschichte, sagte Diezel. Damit leiste der Volksbund einen wichtigen Beitrag zur europäischen Aussöhnung. Der Volkstrauertag mahne, "den unschätzbaren Wert von Frieden, Freiheit und Demokratie im Bewusstsein zu halten". Die Gedenkrede im Landtag hielt die Bürgerrechtlerin und Autorin Freya Klier.

Gedenkveranstaltungen gab es unter anderem auch in Suhl, Altenburg, Heiligenstadt, Schmiedebach und Nordhausen. Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag - zwei Sonntage vor dem ersten Advent. Er wird in Deutschland seit 1919 begangen.

Newsticker