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Thüringen Thüringen gibt Geld für Studien-Initiative Arbeiterkind

Euro-Banknoten. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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Erfurt (dpa/th) - Thüringens Hochschulministerium unterstützt das Projekt ArbeiterKind.de. In diesem Jahr würden dafür 62 000 Euro zur Verfügung gestellt, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Das bundesweit aktive Projekt setzt sich dafür ein, dass Kinder aus Nicht-Akademikerhaushalten ein Studium aufnehmen können. "Soziale Herkunft darf nicht über die Bildungschancen junger Menschen entscheiden", erklärte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Es gehe um einen Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit.

Mit dem Geld aus der Landeskasse werde eine Projektstelle an der Fachhochschule Erfurt finanziert, die Koordinierungs- und Beratungsaufgaben übernehme. Sie unterstützte Studentinnen und Studenten im Hochschulalltag beispielsweise bei der Beantragung von Stipendien.

Laut Ministerium wird das Projekt seit 2017 von Thüringen gefördert. Im Zeitraum bis 2020 seien bereits rund 204 000 Euro bereitgestellt worden. Geplant sei jedoch, dass die Projektstelle künftig von den Thüringer Hochschulen selbst finanziert werde.

Nach einer Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerkes nehmen 77 von 100 Akademikerkindern, aber nur 23 von 100 Nicht-Akademikerkindern ein Studium auf. Als Gründe würden fehlende Rollenvorbilder genannt, aber auch Probleme bei der Finanzierung eines Studiums.

Die spendenfinanzierte bundesweite Initiative ArbeiterKind.de berät laut Ministerium über rund 6000 ehrenamtliche Mentoren Schüler aus Familien ohne akademische Erfahrung. Dabei setze sie vor allem auf den Erfahrungsaustausch mit anderen ehemaligen Erstakademikern.

© dpa-infocom, dpa:210306-99-715607/2

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