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Thüringen Thüringer Schafzüchter ringen um Erhalt bedrohter Rassen

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(Foto: Georg Wendt/dpa/Archivbild)

Wenn an Ostern Lämmer über Weiden springen, dann lässt das die Herzen vieler Passanten höher schlagen. Doch etliche, vor allem alte Schafrassen sind bedroht. Dass Rhön-, Leine- und Merinolangwollschaf nicht aussterben, darum kümmern sich auch Züchter in Thüringen.

Erfurt (dpa/th) - Sie waren in vergangenen Jahrzehnten sehr selten geworden, doch inzwischen sind das Rhön- und das Leineschaf in Thüringen wieder häufiger anzutreffen. "Beim Rhönschaf haben wir in den letzten zehn Jahren regelmäßig Bestandszuwächse erreicht", sagte Gerhard Schuh, Zuchtleiter beim Landesverband Thüringer Schafzüchter, der Deutschen Presse-Agentur. Bundesweit gebe es inzwischen rund 6500 Zuchttiere, davon etwa ein Drittel in Thüringen. Damit könne der Fortbestand als gesichert angesehen werden. Auch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) führt das Rhönschaf nicht als gefährdet, sondern in der Rubrik "Vorwarnstufe".

Kritischer wird die Lage dagegen beim Leineschaf eingeschätzt, einem alten, ursprünglich im Eichsfeld und Südniedersachsen beheimateten Landschaf. Die GEH stuft es als "stark gefährdet" ein. Laut Schuh hat sich die Situation in Thüringen etwas verbessert. Hierzulande gebe es rund 1500 Zuchttiere - knapp die Hälfte des deutschen Bestands. Problematisch sei, dass der sich aber nur auf sehr wenige Züchter verteile. "Wenn ein großer Züchter aufgibt, dann ist das ein herber Verlust für den Erhalt der Rasse", verdeutlicht Schuh das Problem.

In Thüringen wird die Haltung bedrohter Haustierrassen über das Kulap-Programm gefördert. Allerdings werden darin nur einheimische Rassen berücksichtigt. Dazu gehört laut Schuh neben dem Rhön- und dem Leineschaf auch das Merinolangwollschaf. Dabei handelt es sich um eine vergleichsweise junge Züchtung aus den 1970er Jahren. Fast der gesamte Zuchttierbestand Deutschlands von rund 4800 Mutterschafen sei in Thüringen zu Hause, erklärte der Experte. Die Rasse wird von der GEH als "gefährdet" geführt.

Das Schaf ist ein Symboltier zu Ostern. Im christlichen Glaube wird Jesus als "Lamm Gottes" bezeichnet, der mit seinem Kreuzestod die Schuld der Menschen auf sich genommen hat - sozusagen als Opferlamm. Zudem sind die ersten Monate des Jahres die Hochzeit der Lammsaison, so dass um Ostern viele Lämmer auf den Weiden Spaziergänger erfreuen.

Thüringens Schäfereien halten nach jüngsten Zahlen des Landesamtes für Statistik knapp 122 000 Tiere (Stichtag: 3. November). Das sei ein Zuwachs von 2 Prozent binnen eines Jahres, hieß es. In der Statistik werden Betriebe mit mindestens 20 Schafen berücksichtigt.

Mit Blick auf einzelne Schafrassen sei mit Abstand das Merinolandschaf im Freistaat am häufigsten anzutreffen, erklärte Zuchtleiter Schuh. Insgesamt würden fast 30 verschiedene Rassen aus aller Welt im Zuchtbuch geführt. Dazu gehören auch wohlklingende Namen wie Charollais und Barbados Blackbelly. Letzteres gehört zu den Haarschafen, die keine Wolle haben. Da die Erlöse für Schafwolle gering sind und sich die Schur gerade für Schafhalter mit wenigen Tieren wegen der notwendigen Kosten und Mühen nicht lohnt, erfreuen sich solche Tiere laut Schuh wachsender Beliebtheit.

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