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Thüringen Tischner dringt auf Pool-Tests an Schulen und warnt vor Geiz

Christian Tischner, CDU-Abgeordneter, spricht im Thüringer Landtag. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Suhl/Erfurt (dpa/th) - Der CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner hat davor gewarnt, bei der Corona-Teststrategie an Schulen Geld sparen zu wollen. Bei Gesundheit und Bildung solle man nicht sparen, sagte Tischner am Samstag am Rande eines CDU-Landesparteitages in Suhl. "Und wenn die Ramelow-Regierung meint, sie müsse jetzt bei der Gesundheit sparen, im Bildungsbereich, dann ist das doppelt schlimm", so Tischner.

Mit Blick auf ein am Freitag bekannt gewordenes Sondergutachten des wissenschaftlichen Beirates der Landesregierung zum Infektionsschutz an Schulen, betonte Tischner, dass es zwischen Wissenschaft und Politik Unterschiede gebe. "Ich glaube, Politik muss die Realitäten vor Ort zur Kenntnis nehmen", sagte Tischner.

Er höre aus den Landkreisen, dass sich das Infektionsgeschehen dort vor allem deshalb ausbreite, weil Infektionsketten unter anderem in Schulen nicht unterbrochen würden. "Dann glaube ich, dass ein Testsystem als Frühwarnsystem notwendig ist", sagte Tischner.

In dem Sondergutachten kommt der wissenschaftliche Beirat zu dem Schluss, dass anlasslose Corona-Tests an Schulen nicht mehr gut begründbar seien. Zugleich empfiehlt der Beirat das "konsequente Tragen von Masken und eine systematische Umsetzung der AHAL-Regeln". AHAL steht für Abstand, Alltagsmaske, Hygiene, Lüften. Offen blieb zunächst, ob der Beirat das Tragen von Masken im Unterricht oder nur im Schulgebäude, also in den Gängen oder in der Kantine, meint.

Der Beirat signalisierte in dem Gutachten weitere Gesprächsbereitschaft mit der Landesregierung und forderte bessere Daten. Ohne eine verbesserte Datengrundlage könne der Beirat seiner "Bratertätigkeit nicht mehr in der angestrebten Qualität nachkommen", heißt es in dem Sondergutachten.

Es sei nicht auszuschließen, dass es aufgrund einer geringen Impfbereitschaft regional zu einer Überlastung des Gesundheitssystems kommen könne, von der auch Geimpfte und Kinder betroffen sein könnten. "Hierauf sollte die politische Priorität gelegt werden."

© dpa-infocom, dpa:211016-99-618702/2

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