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Thüringen Umfrage: Viele Autozulieferer stabilisieren sich wieder

Mitarbeiter montieren Kotflügel an eine Autokarosserie. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild)

Die Automobilindustrie ist ein Umsatzschwergewichte der Thüringer Wirtschaft. 2020 sorgten Strukturwandel und Corona-Pandemie für heftige Einschnitte. Aber es läuft wieder besser.

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Automobilindustrie scheint sich nach einer Umfrage von der Corona-Krise langsam zu erholen. Ein Drittel der Unternehmen habe in den ersten beiden Monaten dieses Jahres wieder einen Umsatz auf dem Niveaus des Vorjahreszeitraums erzielt, der noch nicht von der Pandemie beeinflusst war, teilte das Branchennetzwerk Automotive Thüringen (AT) am Freitag in Erfurt mit. In mehr als 60 Prozent der befragten Firmen sei keine Kurzarbeit mehr nötig. Thüringens Automobilindustrie ist vor allem durch Zulieferfirmen geprägt.

Es seien im Februar 195 Firmen mit insgesamt etwa 55 000 Beschäftigten zur aktuellen Situation und ihren Erwartungen für 2021 befragt worden, erklärte AT-Geschäftführer Rico Chmelik. Die Firmen seien insgesamt zuversichtlich. "Anders als befürchtet geht eine deutliche Mehrheit der Unternehmen davon aus, nicht in Liquiditätsprobleme zu geraten. Und ebenfalls eine deutliche Mehrheit erwartet, dass ihre Beschäftigtenzahlen konstant bleiben oder sich sogar erhöhen werden", erklärte Chmelik. Das gelte für etwa 80 Prozent der Befragten.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) erklärte, "die Thüringer Automobilbranche sieht offenbar Licht am Ende des Tunnels". Dabei dürfe aber nicht übersehen werden, dass sich einige Firmen in einer bedrohlichen Schieflage befänden. Erfreulich seien die Umfrageergebnisse jedoch, weil die Branche im Freistaat 2020 deutliche Verluste von 25 Prozent beim Umsatz habe hinnehmen müssen. Grund sei ausschließlich das schwächelnde Inlandsgeschäft gewesen, während der Export zumindest auf dem gleichen Niveau wie 2019 geblieben sei.

Laut Umfrage erwarten mehr als 40 der Firmen, dass in den nächsten sechs bis zwölf Monaten das Vorkrisen-Niveau in der Produktion wieder erreicht werden könne. 56 Prozent stellten sich jedoch auf eine längere Erholungsphase von mehr 12 Monaten ein.

Laut Chmelik gaben 72 Prozent der Firmen an, dass sie auch Zulieferaufträge für E-Fahrzeuge hätten. Zwei Drittel der Befragten gingen davon aus, dass 2021 Umsatzsteigerungen durch Elektrofahrzeuge zu erwarten seien. Als Hauptproblem nannten sie fehlendes Personal. 40 Prozent der Unternehmen könnten schon jetzt offene Stellen nicht besetzen. Engpässe gebe es besonders bei Ingenieuren, Mechatronikern, IT- und Automatisierungsfachleuten oder Entwicklern.

© dpa-infocom, dpa:210226-99-607859/2

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