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Thüringen Umsatzwachstum in der Industrie nur durch höhere Preise

Ein Schiffbauer schweißt auf einem der Decks eines sich im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiffes.

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp)

Erfurt (dpa/th) - Der Preisanstieg in vielen Bereichen hat für einen kräftigen Umsatzanstieg der Thüringer Industrie in der ersten Jahreshälfte gesorgt. Die Erlöse der Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten beliefen sich auf rund 18,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Landesamt am Montag in Erfurt mitteilte. Das war ein Plus von 12,0 Prozent oder zwei Milliarden Euro im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021. Dabei spiegelten sich allerdings starke Preisanstiege wider, hieß es.

Wenn der Preisanstieg herausgerechnet werde - also preisbereinigt - habe unter dem Strich sogar ein leichtes Minus des Industrieumsatzes von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestanden.

Der Inlandsumsatz der Industrie verzeichnete danach einen Zuwachs um 1,3 Milliarden Euro oder 12,3 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Preisbereinigt war es allerdings ein Minus von 0,8 Prozent.

Thüringens Exporte stiegen um 699 Millionen Euro oder 11,4 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Bei den Lieferungen ins Ausland spielten höhere Preise keine ganz so große Rolle wie in Deutschland. Preisbereinigt lag der Exportumsatz 0,1 Prozent unter Vorjahresniveau.

Schwer hatten es erneut Fahrzeughersteller und -zulieferer sowie der Bereich Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen mit deutlichen Umsatzrückgängen. In der für die Thüringer Industriekonjunktur wichtigen Fahrzeugindustrie betrug das Minus 15,1 Prozent auf 311,4 Millionen Euro - preisbereinigt waren es minus 16,2 Prozent zur ersten Jahreshälfte 2021.

Kräftige Zuwächse verbuchte die Metallindustrie im engeren Sinne mit 75,3 Prozent auf einen Halbjahresumsatz von 527,7 Millionen Euro. Preisbereinigt betrug das Plus immer noch 29,9 Prozent. Einen Umsatzanstieg von 45,3 Prozent - preisbereinigt 7,4 Prozent - erzielte die chemische Industrie.

Thüringens Industrie war im ersten Halbjahr Arbeitgeber für durchschnittlich 142 447 Arbeitnehmer - 1852 mehr als im Vergleichszeitraum.

Quelle: dpa

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