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Thüringen Unfallbilder: Ex-Polizist stellt in Erfurt aus

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Erfurt (dpa/th) - Erst spät ist Arnold Odermatt Ruhm zuteil geworden, aber der fiel gleich international aus. Die Unfallfotos des Ex-Polizisten waren 2001 auf der Biennale in Venedig zu sehen und gingen dann um die Welt. Ab Samstagabend zeigt nun die Kunsthalle Erfurt bis zum 26. April Aufnahmen, die der inzwischen 94 Jahre alte Odermatt während seiner Dienstjahre von zerbeulten Unfallwagen, aber auch vom Alltag bei der Polizei und in der Schweiz machte.

"Auf der eine Seite hat Odermatt als Polizist Fotos als Beweissicherung gemacht, aber er kehrte häufig später an die Unfallorte zurück, nachdem Opfer abtransportiert waren, um weiter zu fotografieren", erklärte der Direktor der Kunstmuseen Erfurt, Kai Uwe Schierz.

Blut und Verletzte sind in der Serie "Karambolage" nicht zu sehen. Fast wie melancholische Stillleben wirken Heckteile mit Dellen, gequetschte Motorhauben und Bremsspuren. Aufnahmen aus den Serien "Im Dienst" oder "In Zivil" beinhalten dagegen durchaus komische Alltagsmomente. Insgesamt mehr als 180 Abzüge hat Kurator Daniel Blochwitz für die Schau "Arnold Odermatt - Polizist, Photograph, Schweizer" ausgewählt.

Odermatt wurde 1925 in Oberdorf im Kanton Nidwalden geboren. 1948 ging er zur Polizei und erreichte, dass er statt Zeichnungen das "neue Medium Fotografie" zur Unfalldokumentation einsetzen durfte. So konnte er Hobby und Beruf verbinden. 1990 ging er in den Ruhestand. Sein Sohn Urs entdeckte die Fotografien und machte sich von der Qualität beeindruckt daran, die Aufnahmen zu herauszugeben.

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören neben Führungen auch Filmvorführungen, bei denen Urs Odermatt dabei sein soll. Eröffnet wird die Schau am Samstagabend.

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