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Thüringen Videosprechstunden in Arztpraxen in Thüringen noch selten

Ein Hausarzt spricht während einer Videosprechstunde in seiner Praxis mit einem Patient. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild

(Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa)

Weimar (dpa/th) - Trotz neuer Möglichkeiten zur Fernbehandlung von Patienten sind Videosprechstunden von Ärzten in Thüringen bislang noch die Ausnahme. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) haben Praxen im ersten Quartal dieses Jahres 124 solcher Sprechstunden abgerechnet, wie ein KV-Sprecher auf Anfrage sagte. Bei etwa einem Drittel ging dem kein persönlicher Patientenkontakt in der Praxis voraus. Der Grund für die geringe Zahl sei hauptsächlich, dass die gesetzlichen Krankenkassen diese Leistungen zunächst nur bei wenigen Krankheitsbildern vergütet hätten. Diese Beschränkung sei erst im Frühjahr weggefallen.

Niedergelassene Ärzte rechnen jährlich mehrere Millionen Behandlungsleistungen ab. Der Deutsche Ärztetag hatte im vergangenen Jahr in Erfurt das Fernbehandlungsverbot für Mediziner gekippt, die Landesärztekammer Thüringen passte daraufhin ihre Berufsordnung an. Damit ist den Ärzten jetzt auch die Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien wie Telefon und Computer ohne vorherigen persönlichen Kontakt erlaubt.

Ärzte müssten sich auch technisch und in der Praxisorganisation erst auf die neuen Möglichkeiten einstellen, sagte der KV-Sprecher. Videosprechstunden seien mit einem besonderen Zeitaufwand verbunden. Zudem sei der schleppende Internet-Ausbau ein Problem. In Thüringen arbeiten rund 4200 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten.

KV Thüringen

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