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Thüringen Viele Corona-Beschränkungen fallen: Start für Gastronomie

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Wieder ins Restaurant oder ins Freibad: Thüringen lockert eine Vielzahl der Corona-Beschränkungen. Auch Demonstrationen im größeren Stil sind möglich. Mehr Verantwortung bekommen die Kommunen. Wichtig bleibt der Blick auf die Infektionszahlen.

Erfurt (dpa/th) - Thüringen versucht eine vorsichtige Rückkehr zur Normalität und lockert beginnend ab Mittwoch eine Vielzahl der Corona-Beschränkungen. Derzeit seien die Infektionszahlen in weiten Teilen des Landes auf einem niedrigen Niveau, begründete Gesundheitsministerin Heike Werner die Entscheidung zur Öffnung von Gastronomie-Bereichen und Freibädern, aber auch die Lockerung der Besuchsbeschränkungen in Altenheimen sowie der privaten Kontaktbeschränkungen.

Mehr Verantwortung darüber, was möglich ist, bekommen die Kommunen. Diese bestanden jedoch auf einer Reihe fester Termine, die landesweit gelten. Es solle damit ein Flickenteppich verhindert werden, sagte Werner. In Regionen, in denen bestimmte Infektionszahlen überschritten werden, könnten Lockerungen auch wieder rückgängig gemacht werden, sagte sie.

Kreise und kreisfreie Städte würden beim Überschreiten des Risikowertes von mehr als 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen verpflichtet, Schutzmaßnahmen zu treffen und ein Konzept vorzulegen. Derzeit sind die Kreise Greiz und Sonneberg solche Infektionsschwerpunkte. "Um eine neue Infektionswelle möglichst frühzeitig zu verhindern, müssen wir die Verbreitung des Virus spezifisch bekämpfen", so Werner.

Nach der Verordnung der Landesregierung sind ab Mittwoch unter anderem Demonstrationen ohne Beschränkungen der Teilnehmerzahl möglich. Bislang waren wegen der Corona-Pandemie Versammlungen unter freiem Himmel nur mit maximal 50 Teilnehmern erlaubt. Weiterhin sollen aber strenge Infektionsschutzregeln gelten. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Proteste gegen die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Coronavirus gegeben, bei denen deutlich mehr Menschen als erlaubt beteiligt waren.

Neu ist ein Bußgeld, wenn die Maskenpflicht in Geschäften oder im öffentlichen Nahverkehr nicht eingehalten wird. Möglich ist von Mittwoch an die Öffnung von Eltern-Kind-Kureinrichtungen, Frauen- und Familienzentren, Jugendfreizeitstätten, aber auch des Meeresaquariums in Zella-Mehlis. Voraussetzung sind in allen Fällen Hygiene- und Schutzkonzepte.

Schrittweise würden die Besuchsverbote für Alten- und Pflegeheime gelockert. Möglich sei jetzt wiederkehrende Besuche einer Bezugsperson der Heimbewohner. Zu Kontaktbeschränkungen sagte Werner: "Zukünftig wird es so sein, dass sich zwei Haushalte treffen können - sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum."

Wie angekündigt sollen vom 15. Mai Restaurants, Kneipen, Gasthöfe, Hotels und Pensionen wieder Gäste bewirten können. Auch touristische Angebote könnten wieder starten.

Auch Schwimmen im Freien soll in Kürze in Thüringen wieder erlaubt sein. Vom 1. Juni an könnten Freibäder sowie Badeseen wieder öffnen, kündigte Werner an. Auch Fitnessstudios könnten zu diesem Zeitpunkt den Betrieb wieder aufnehmen, ebenso wie andere Indoor-Sportangebote. Möglichen sei auch die Öffnung von Vereins-, Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Die neue Verordnung gelte bis zum 5. Juni. Mindestens bis zu diesem Zeitpunkt blieben Hallenbäder, Saunen, Thermen, Kinos und Diskotheken, aber auch Konzerthallen und Bordelle geschlossen.

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