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Thüringen Viele Neuinfektionen mit Coronavirus: Fünf Tote in Thüringen

Die fast menschenleere Krämerbrücke in Erfurt. Foto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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Das öffentliche Leben in Thüringen ruht weitgehend - trotzdem steigt die Zahl der Menschen mit einer Coronavirus-Infektion. Opfer des Virus sind vor allem betagte Menschen. Die Polizei kontrolliert verstärkt die Einhaltung der Abstandsregeln.

Erfurt (dpa/th) - Die Zahl der Thüringer, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde, steigt trotz der Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiter stark. Innerhalb von 48 Stunden wurden 162 Neuinfektionen nachgewiesen, wie aus Zahlen der Thüringer Staatskanzlei vom Sonntag hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle im Freistaat stieg am Wochenende auf fünf - ein 88 Jahre alter Mann starb nach Angaben des Landratsamtes im Eichsfeld nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

Zwei Todesfälle gab es in den vergangenen Tagen bereits im Kreis Greiz sowie jeweils einen im Ilm-Kreis und in Jena. Es handelte sich in allen Fällen um Senioren.

Nach den Angaben der Staatskanzlei waren am Sonntag 736 Menschen im Freistaat infiziert. Von den 84 Erkrankten, die in Krankenhäusern behandelt werden, zeigten 7 einen schweren Verlauf der Infektion. Regional die meisten Infizierten mit steigender Tendenz gab es mit 121 im Kreis Greiz sowie mit 101 in der Stadt Jena. In der Landeshauptstadt Erfurt waren es 74 Infizierte. Die Zahl der Thüringer, die nach einer Infektion genesen sind, wird laut Staatskanzlei auf 180 geschätzt.

Kontrollen von Polizei und Ordnungsämtern ergaben am Wochenende, dass sich die meisten Menschen selbst am sonnigen Samstag an die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie hielten. Aber es gab auch Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen mit Treffen in Parks, am Lagerfeuer oder bei Partys in Privatwohnungen. Von Missachtungen der Vorschriften wurde unter anderem aus Gera, Erfurt, Weimar und Mühlhausen berichtet.

Polizei und Ordnungsbehörde in Gera sprachen von Zusammenkünften von bis zu 20 jungen Menschen sowie einem Trinkgelage im Freien. Dafür seien Strafen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz ausgesprochen und die Ansammlungen aufgelöst worden.

In Erfurt kontrollierte die Polizei am Samstag die Einhaltung der Regeln in Park- und Grünanlagen sowie auf Spielplätzen und informierte die Bürger per Lautsprecherwagen. Es seien nur sehr wenige Verstöße festgestellt worden, teilte sie mit. Menschen in Kleinstgruppen hätten, nachdem sie angesprochen wurden, den nötigen Abstand zueinander hergestellt.

Derzeit dürfen maximal zwei Menschen zusammen unterwegs sein oder Menschen, die gemeinsam in einer Wohnung leben. Die Erfurter hätten Verständnis für die Kontrollen gezeigt, hieß es. Ähnlich äußerte sich die Polizei in Weimar. Polizeistreifen stellten am Samstag nur vereinzelt Verstöße fest - beispielsweise feierten drei Gäste eine Geburtstagsparty. Zudem hätten sich am Samstagabend etwa 15 Jugendliche zu einem Lagerfeuer getroffen. In Mühlhausen wurde einem Solarium der Betrieb untersagt, weil sich dort mehrere Besucher gleichzeitig aufhielten.

Mit Einschränkungen müssen die Thüringer auch bei Osterbräuchen rechnen. Als erste Stadt erließ Eisenach ein Verbot öffentlicher aber auch privater Osterfeuer, bei denen traditionell Nachbarn, Bekannte und Freunde zusammenkommen. "Die momentane Situation verlangt uns allen viel ab. Wir müssen weiterhin darauf achten, Abstand voneinander zu halten", erklärte Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke). Osterfeuer, auch private, seien Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit, die derzeit verboten seien. Zu erwarten ist, dass darum auch andere Thüringer Kommunen diesen Osterbrauch in diesem Jahr untersagen.

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