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Thüringen Von Nazis getilgte Bibelsprüche wieder in Eisenacher Kirche

Blick auf die Innenstadt von Eisenach mit der Georgenkirche. Foto: Jan-Peter Kasper/Archiv

(Foto: Jan-Peter Kasper/dpa-Zentralbild/dpa)

Eisenach (dpa/th) – In der evangelischen Georgenkirche Eisenach kehren während des Nationalsozialismus entfernte Bibelworte zurück an die Emporen des Bauwerks. Heute werden die wieder hergestellten Sprüche enthüllt. Nach Angaben der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland waren 1940 während einer Renovierung 12 Bibelworte ersetzt worden. Sie stammen überwiegend aus dem Alten Testament – jenem Teil der Bibel, das die Geschichte des Volkes Israel erzählt. Auch Bezüge auf Israel aus dem Neuen Testament wurden getilgt.

Die Aktion war Teil der von den sogenannten Deutschen Christen, der nationalsozialistischen Strömung innerhalb der evangelischen Kirche, praktizierten "Entjudung". Sie hatte das Ziel, jeglichen Einfluss des Judentums aus den evangelischen Schriften und Glaubenspraktiken zu entfernen. Dazu wurde vor 80 Jahren in Eisenach eigens ein Kircheninstitut gegründet.

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