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Thüringen Warnung auch bei Stromausfall: Viele Sirenen mit Akkus

Eine Alarmsirene ist auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses montiert.

(Foto: Soeren Stache/dpa/Symbolbild)

Vor zwei Jahren hat ein erster bundesweiter Warntag Defizite bei der Warnung der Bevölkerung vor Gefahren offengelegt. Seit damals hat sich in Thüringen einiges verbessert.

Erfurt (dpa/th) - Zahlreiche Sirenen in Thüringen sind in den vergangenen zwei Jahren so gebaut oder umgerüstet worden, dass sie Menschen auch bei einem Stromausfall warnen können. Dazu seien diese Sirenen mit Akkus ausgerüstet worden, heißt es in der Antwort des Thüringer Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des FDP-Abgeordneten Dirk Bergner. So solle sichergestellt werden, dass im Falle eines Ausfalls der Stromversorgung noch mindestens vier Warn- und Entwarnzyklen durchlaufen werden können, schreibt das Ministerium an den Liberalen.

Insgesamt gibt es in Thüringen nach Angaben des Ministeriums derzeit etwa 2360 Sirenen. Die meisten sind im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zu finden. Dort gibt es fast 220 derartige Anlagen. Auch in den Landkreisen Greiz und Saale-Orla sind solche Warnanlagen relativ zahlreich vorhanden. Je Landkreis weist die Antwort des Innenministeriums fast 200 Sirenen aus.

Wie viele dieser Sirenen insgesamt über eine Akkupufferung verfügen, ist nach Angaben des Innenministeriums der Landesregierung zwar nicht bekannt. Allerdings sei in den Jahren 2021 und 2022 für 616 Sirenen in Thüringen eine Zuwendung aus Sirenenförderprogrammen des Landes und des Bundes bewilligt worden - und alle so geförderten Sirenen müssten über einen eigenen Akku verfügen, heißt es von Seiten des Innenministeriums. Perspektivisch sei geplant, alle Sirenen im Freistaat mit einer Akkupufferung zu versehen. Bis wann dieses Ziel zu erreichen sei, sei aber noch unklar. Das hänge nicht nur davon ab, wie stark die Gemeinden die Förderprogramme nachfragten, sondern auch davon, wann die entsprechende Technik geliefert und installiert werden könne.

Die Warnung von Menschen vor Gefahren aller Art mit Sirenen war vor einigen Jahrzehnten noch gängige Praxis in Deutschland. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor dieses Warnmittel allerdings zunehmend an Bedeutung. Als sich jedoch im Zuge eines bundesweiten Warntages vor zwei Jahren gezeigt hatte, dass die Alternativen zu Sirenen - zum Beispiel Warn-Apps für Smartphones - nicht so wie geplant funktionieren, waren bundesweit Forderungen laut geworden, wieder verstärkt in solche Anlagen zu investieren.

Am Donnerstag (8. Dezember) soll ein weiterer bundesweiter Warntag stattfinden. Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe soll es dann ab 11.00 Uhr zu einem deutschlandweiten Probealarm kommen. Dann werden den Planungen nach Testwarnungen unter anderem über Fernsehen und Radio gesendet werden, über Warn-Apps für Smartphones, über Lautsprecherwagen und über Sirenen.

Quelle: dpa

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