Reise

Kreditkartengebühr unzulässig BGH pfeift Ryanair zurück

Der Billigflieger Ryanair muss nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs seinen Kunden mehr Möglichkeiten zur gebührenfreien Bezahlung von Flugtickets einräumen. Bargeld muss die Fluglinie jedoch auch in Zukunft nicht akzeptieren.

RTXQYCX.jpg

Die gute Laune lässt sich Ryanair-Chef O'Leary auch von solch einem Urteil nicht vermiesen.

(Foto: REUTERS)

Ryanair-Kunden müssen ihre Flugtickets in Deutschland auf einem gängigen Weg auch ohne zusätzliche Gebühren bezahlen können. Bislang räumt die irische Billigairline ihren Kunden lediglich ein, Flugtickets oder Sondergebühren mit der in Deutschland wenig verbreiteten "Visa- Electron"-Karte zu bezahlen. Für Kreditkartenzahlungen berechnete sie dagegen eine Gebühr von vier Euro, für sonstige Zahlungskarten 1,50 Euro. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes ist diese Praxis aber unzulässig.

Das oberste deutsche Zivilgericht gab damit einer Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen in großen Teilen Recht. Die Regelung in den Geschäftsbedingungen der Fluglinie benachteiligt nach Einschätzung des Gerichts die Kunden. Das Unternehmen müsse seinen Kunden die Möglichkeit eröffnen, die Zahlung auf einem gängigen und mit zumutbarem Aufwand zugänglichen Weg zu entrichten, ohne dass dafür eine zusätzliche Gebühr zu bezahlen ist.

Bares ausgeschlossen

Der von der Verbraucherzentrale geforderten Möglichkeit der Barzahlung schloss sich der BGH hingegen nicht an. Dieser Ausschluss ist nach dem Urteil des Gerichts nicht als unangemessen anzusehen, weil die Fluglinie ihre Leistungen nahezu ausschließlich im Fernabsatz erbringt und eine Barzahlung für beide Parteien mit erheblichem Aufwand verbunden wäre.

Das Urteil gilt jedoch nur für Kunden mit Hauptwohnsitz in Deutschland, die in Deutschland abfliegen oder landen. Ryanair erwirtschaftet einen großen Teil seiner Gewinne nicht über die Flugpreise, sondern mit Zusatzgebühren.

Quelle: ntv.de, nne/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.