Reise

Tipps gegen Panik Das raten Experten bei Flugangst

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Viele Menschen leiden unter Flugangst, doch sie können auch etwas dagegen tun.

(Foto: imago/Westend61)

Flugangst kann ganz schön nerven: Nasse Hände, Panikattacken und Schnappatmung sind für viele Menschen unerwünschte Reisebegleiter. Doch es gibt viele Techniken, die helfen können. Experten setzen vor allem auf Information - und Seminare.

Wenn ein Flugzeug abstürzt, endet das meist tödlich. Dass es im Straßenverkehr viel gefährlicher ist, hilft vielen kaum gegen ihre Angst vor dem Fliegen. Was können sie tun?

Für die einen ist es ein entspannter Moment - die letzte Etappe vor dem Reiseziel. Für die anderen ist es der blanke Horror: Sie haben Angst vor dem Fliegen. "Die Ursache von Flugangst ist häufig große Unkenntnis", sagt Diplom-Psychologe Sascha Thomas. Der Experte gibt Seminare gegen Flugangst bei der Agentur Texter-Millott, die mit Lufthansa kooperiert. Wichtig sei es, sich vor dem Flug zu informieren: Wie fliegt ein Flugzeug? Was sind Turbulenzen? Wie wird eine Sicherheitsschulung durchgeführt? Die Antworten auf diese Fragen können helfen, sich an Bord sicherer zu fühlen.

Manche fürchten sich aber auch vor ihren eigenen Reaktionen im Flugzeug, wie Thomas erklärt. Sie haben zum Beispiel Angst davor, im Flugzeug in Panik zu geraten, weil sie das aus anderen Situation kennen, die ihnen Angst machen. Hier kann es helfen, mit professioneller Unterstützung eine Panik in einem geschützten Raum zu simulieren, rät der Experte. "Häufig geht es bei diesen Ängsten gar nicht um das Flugzeug oder die Angst vorm Fliegen", sagt Thomas. Die Menschen fürchten sich stattdessen etwa in geschlossenen Räumen und haben Angst, in der Falle zu sitzen.

Auch autogenes Training kann helfen

Vor dem Flug kann es helfen, etwas Entspannendes zu machen. "Angst führt immer zu körperlicher Anspannung und erhöhtem Herzschlag." Ein ausgiebiger Spaziergang, Muskelentspannungsübungen oder autogenes Training können dann helfen. Menschen mit Flugangst sollten sich vor dem Flug auf positive Dinge konzentrieren und sich sagen, dass das Fliegen sicher ist. "Das nützt natürlich nur etwas, wenn man auch wirklich dran glaubt", sagt Thomas. Im Flieger sei es verkehrt, mit seiner Angst allein zu bleiben. Stumm herumsitzen und rätseln, was gerade passiert, mache alles nur schlimmer.

Ein komisches Geräusch, ein Ruckeln - am besten sei es, das Kabinenpersonal anzusprechen und zu fragen, was los ist, rät Thomas. "Ansonsten gerät man in eine Gedankenspirale." Dann stelle man sich die größten Katastrophenszenarios und die abenteuerlichsten Erklärungen für eine Turbulenz vor. Neben der Agentur Texter-Millott gibt es noch weitere Coaching-Agenturen, die Seminare gegen Flugangst in Kooperation mit Airlines anbieten. Dazu zählen etwa Flugangst Service in Kooperation mit Air Berlin oder Entspanntes Fliegen in Zusammenarbeit mit Condor.

Quelle: ntv.de, sgu/dpa