Reise
Freitag, 14. Januar 2011

Tourismus vor Rekordwachstum: Durststrecke ist überwunden

Die Urlaubslust der Deutschen steigt nach der Krise wieder an. Gut gefüllte Reisekassen geben der Tourismusbranche Aufwind. Laut einer Umfrage wollen 23 Prozent der Deutschen 2011 mehr Urlaub machen als im Vorjahr, nur 17 Prozent planen weniger Geld für die Reisekasse ein.

Verbotene Stadt in Peking. Deutsche Touristen haben 2011 nach Einschätzung von Experten immer häufiger Asien auf der Urlaubskarte.
Verbotene Stadt in Peking. Deutsche Touristen haben 2011 nach Einschätzung von Experten immer häufiger Asien auf der Urlaubskarte.(Foto: dpa)

Nach massiven Einbrüchen in der Finanz- und Wirtschaftskrise steht die Tourismusbranche einer Studie zufolge 2011 vor einem Wachstumsschub. "Nicht nur die Zahl der Urlaubsreisenden nimmt zu, sondern auch die Anzahl ihrer Reisen und damit auch ihrer für Reisen aufgewendeten Ausgaben", sagte der wissenschaftliche Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), Martin Lohmann, in Stuttgart. 23 Prozent der Deutschen wollten 2011 mehr Reisen machen als im Vorjahr - so viele wie noch nie. 17 Prozent wollten weniger verreisen. Die Tourismusbranche selbst rechne mit Umsatzsteigerungen, unter anderem auch aufgrund moderater Preissteigerungen.

Während der Wirtschaftskrise musste die Reisebranche massive Einbußen hinnehmen. Viele Menschen waren aus Angst vor einem Arbeitsplatzverlust und angesichts der unsicheren Aussichten lieber zu Hause geblieben. Die großen Reisekonzerne erholen sich erst langsam wieder von der jahrelangen Durststrecke.

Wachstum in Indien, China, Russland oder Brasilien

Weltweit sei 2011 nach Einschätzung der UNWTO mit einem Anstieg um vier Prozent auf 965 Millionen Reisen zu rechnen, sagte Lohmann. Die Dynamik im globalen Tourismus sei aber nicht in Europa zu finden, sondern vor allem in Schwellenländern wie Indien, China, Russland oder Brasilien. Diese Ländern seien sowohl Quellmärkte als auch Reiseziele.

In der Rangfolge der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen liege das eigene Land mit über 30 Prozent weiterhin auf dem ersten Platz, sagte Lohmann. Nimmt man Spanien, Italien, die Türkei und Österreich dazu, würden knapp zwei Drittel aller Urlaubsreisen abgedeckt. Weiterhin im Kommen seien Fernziele, die Mittelmeerländer und Skandinavien - sowie Kreuzfahrten, Radreisen, Wellness- und All-Inclusive-Angebote.

Die FUR hatte für ihre Studie im November 2010 gut 2000 Deutsche im Alter zwischen 14 und 70 Jahren befragt. Die Umfrage wurden zum Auftakt der Reisemesse CMT in Stuttgart vorgestellt, die noch bis zum 23. Januar dauert.

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Quelle: n-tv.de

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