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Camping in Skandinavien (Fast) alles erlaubt

In Skandinavien hat das Jedermannsrecht Tradition. Aber auch wenn es Urlaubern vieles gestattet, was in Deutschland verboten wäre, dürfen sie sich nicht alles erlauben, erklärt Ursel Grumbach vom Tourismusbüro Visit Sweden in Hamburg.

Das Allemannsrätt gebe es in Schweden schon lange. "Es ist ein allgemeines Nutzungsrecht. Das heißt, jeder darf die Natur in Anspruch nehmen, ohne sie zu stören oder etwas zu zerstören."

So ist in Schweden beispielsweise erlaubt, sich zu Fuß fast überall in der Natur zu bewegen. Das gilt aber zum Beispiel nicht für Grundstücke mit Wohnhäusern oder für Felder, die landwirtschaftlich genutzt werden. Grundsätzlich sei auch Campen in freier Natur gestattet, sagt die Visit Sweden-Sprecherin. Solange keine Waldbrandgefahr besteht, ist es nicht verboten, Feuer zu machen. "Dazu darf auch Holz gesammelt werden", sagt Ursel Grumbach. Äste abzusägen oder Zweige abzubrechen, fällt aber nicht darunter.

Ähnlich sind die Regelungen in Norwegen: Urlauber dürfen sich nach dem Jedermannsrecht frei in der Natur bewegen. Nicht erlaubt ist dagegen nach Angaben des Norwegischen Fremdenverkehrsamtes in Hamburg, landwirtschaftliche Nutzflächen zu betreten, ohne den Eigentümer zu fragen.

Beim Wandern oder Skilaufen ist es prinzipiell jedoch kein Problem, sich durch Wald und Feld zu bewegen, auch wenn es um Privatgrundstücke geht. Beeren, Nüsse und Pilze dürfen auch in Norwegen gepflückt werden, fischen und jagen ist dagegen nicht ohne weiteres gestattet. Feuer machen ist vom 15. April bis 15. September im Wald und in dessen Nähe generell verboten.

Auch Finnland kennt das Jedermannsrecht: Dort heißt es Jokamiehenoikeus, sagt Paivi Budarham, Sprecherin des Finnischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt. Wanderer, Radfahrer und Skiläufer dürfen sich auch auf privatem Grund und Boden fortbewegen. Zelten ist erlaubt - solange Touristen am Waldrand nicht gleich den ganzen Urlaub verbringen wollen.

In Dänemark gibt es das Jedermannsrecht in der Form der anderen Länder nicht. Kein Wunder: "Es gibt kaum ungenutzte Flächen", sagt Reiner Büchtmann, Sprecher des dänischen Tourismusbüros VisitDenmark in Hamburg. Urlauber sollten sich deshalb zurückhalten, wenn es um das ungefragte Betreten von Privateigentum geht.

Auch Campen in freier Natur ist nicht generell erlaubt. Allerdings gibt es in ganz Dänemark Plätze, an denen das möglich ist: Dort kann nach den Vorschriften des Dänischen Generaldirektorats für Forst und Natur einmal übernachtet werden. Eine Übersicht über solche Plätze findet sich im Internet unter www2.skovognatur.dk/telt/liste.htm. Auch Feuermachen ist an nicht ausdrücklich dafür vorgesehenen Stellen generell untersagt. "In Regionen mit Waldbrandgefahr sollte das sehr ernst genommen werden", sagt Büchtmann, "sonst riskiert man großen Ärger."

Quelle: n-tv.de

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