Reise

Ehemalige NS-Ordensburg Hotel für Krimi-Freunde geplant

Auf dem Gelände der früheren NS-Ordensburg Vogelsang, als NSDAP-Kaderschmiede für den Parteinachwuchs gebaut, soll ein Hotel entstehen. Es ist vor allem für Freunde der Kriminalliteratur gedacht.

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Die Burg Vogelsang, ehemalige Ordensburg der Nationalsozialisten, in Gemünd.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die frühere NS-Ordensburg Vogelsang macht den nächsten Schritt in die zivile Nutzung. 2011 soll auf dem Gelände im Nationalpark Eifel ein Hotel entstehen. Dazu werde ein früherer Kasernenbau für rund 20 Millionen Euro umgebaut, teilte der Projektentwickler Anton Neuberger in Gemünd mit. Das Drei-bis-Vier-Sterne-Hotel sei vor allem als Magnet für Krimifreunde geplant. Zu den Angeboten gehörten Seminare, Kino, Schauspielakademie und Bibliothek - alles mit dem Schwerpunkt Krimi.

Das Eifeler Planungsbüro Ernst und Neuberger Consult rechnet mit 50.000 Übernachtungen im Jahr und mit bis zu 200 neuen Arbeitsplätzen. Die Eröffnung des Hotels mit 150 Zimmern wird für Ende 2012 anvisiert. Mit dem Projekt knüpfen die Initiatoren an die Positionierung der Eifel als Krimiregion an, etwa mit dem Festival für Krimi-Literatur "Criminale" oder durch die Eifel-Krimis von Jacques Berndorf.

Bis 2005 NATO-Truppenübungsplatz

Das Projekt werde in dem Gebäude "van Dooren" realisiert, eine von der belgischen Militärverwaltung gebaute Kaserne oberhalb des Urftsees. Es gilt als eines der reizvollsten Gebäude für Investoren auf Vogelsang. Neben Krimifreunden zielen die Planer auch auf Unternehmen. Auf dem Dach des Gebäudes ist ein Konferenzzentrum geplant. Das Krimi-Hotel ist das dritte Bauprojekt, das im nächsten Jahr startet. 2011 beginnt der Umbau des Kernstücks von Vogelsang, "Adlerhof" und der Neubau der Jugendherberge mit Jugendwaldheim.

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Vogelsang ist das einzige erhaltene Landschaftsdenkmal aus der NS-Zeit.

(Foto: dpa)

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang wurde als NSDAP-Kaderschmiede für den Parteinachwuchs gebaut. Gebäude und Areal wurden bis 2005 als NATO-Truppenübungsplatz unter belgischer Hoheit genutzt. Im Zuge des absehbaren Abzugs gründete das Land Nordrhein-Westfalen 2004 den Nationalpark Eifel. Darin ging der Truppenübungsplatz am 1. Januar 2006 auf.

Auf der früheren Ordensburg streben Kreis Euskirchen und Eifelregion die touristische Umnutzung unter dem Namen "Vogelsang ip" (Internationaler Platz) an. Als einziges erhaltenes Landschaftsdenkmal aus der NS-Zeit ist Vogelsang ein Unikat.

Quelle: ntv.de, dpa

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