Reise

Ungewöhnliches Lockmittel Japan verschenkt 10.000 Freiflüge

"Goldener Pavillon" in Kyoto: Japan will zeigen, welche Schönheiten es zu bieten hat.

Nach Tsunami und Atomkatastrophe ist die Zahl der Touristen in Japan dramatisch eingebrochen - im Vergleich zu 2010 um mehr als die Hälfte. Nun versucht das Land, ausländische Touristen mit Freiflügen anzulocken. Man muss sich online bewerben und hinterher berichten.

Nach dem Tsunami und der Atomkatastrophe vom März 2011 plant Japan offenbar, im kommenden Jahr ausländische Touristen mit Freiflügen anzulocken. Wie die Zeitung "Yomiuri Shimbun" berichtete, müssen potenzielle Reisende eine Online-Bewerbung bei der japanischen Tourismusbehörde einreichen, in der sie auch Regionen angeben, die sie besichtigen wollen. Die Behörde werde anschließend die Teilnehmer auswählen. Zum Abschluss der Reise sollen die Touristen einen Bericht über ihre Erfahrungen schreiben, der dann im Internet veröffentlicht wird.

Unterbringungskosten selber zahlen

Die Tourismusbeauftragten würden sich von dem Vorhaben eine positive Resonanz in den Berichten erhoffen, so dass internationale Vorbehalte gegenüber einem Besuch des Landes abgebaut werden könnten, berichtet die Zeitung weiter. Unterbringungskosten müssten die Touristen jedoch selbst zahlen. Das Programm soll den Angaben zufolge im April kommenden Jahres starten, steht aber noch unter Finanzierungsvorbehalt.

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima ist die Zahl der Touristen in Japan im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent eingebrochen, doch allmählich reduziert sich das Ausmaß. Gab es im April noch ein Minus von knapp 68 Prozent bei den Einreisen aus Deutschland, so verringerte sich der Rückgang im Juli auf die Hälfte - 34 Prozent weniger Ankünfte als im Rekordjahr 2010. Diese Zahl zeigt auch den allgemeinen Trend: bis 30. Juni 2011 wurden insgesamt 32,6 Prozent weniger Besucher registriert als im Vorjahr.

Quelle: ntv.de, abe/AFP/Japanische Fremdenverkehrszentrale