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Flug und Zug: Verspätung und Ausfall Reisende erhalten Geld zurück

Die Rechte von Flug- und Bahnreisenden wurden in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt. Bei größeren Verspätungen erhalten Reisende in aller Regel Entschädigungszahlungen, bei Ausfällen den Ticketpreis erstattet. Eine Übersicht.

Rechte von Flugpassagieren

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(Foto: dpa)

FLUGAUSFALL UND ÜBERBUCHUNG: Nicht beförderte Flugreisende bekommen ihr Flugticket komplett erstattet. Alternativ können sie sich auf einen Ersatzflug zum nächstmöglichen Zeitpunkt umbuchen lassen. Daneben müssen Airlines die Passagiere mit Essen und Getränken versorgen sowie ihnen zwei kostenfreie Telefonate, Faxe oder E-Mails ermöglichen. Falls nötig, tragen die Fluggesellschaften auch die Kosten für eine oder mehrere Hotelübernachtungen sowie die Fahrt zur Unterkunft. Zusätzlich erhalten Reisende eine Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro, je nach Länge der gebuchten Flugstrecke. Die Entschädigung entfällt aber bei Flugausfällen wegen höherer Gewalt, oder wenn die Gesellschaft die Annulierung bis 14 Tage vor Abflug mitteilt.

VERSPÄTUNG: Bereits ab drei Stunden Verspätung haben Flugpassagiere Anspruch auf Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro - je nach Flugstrecke. Ab fünf Stunden können sich die Reisenden neben der Entschädigung entweder auch auf einen anderen Flug umbuchen oder sich den Ticketpreis erstatten lassen.

GEPÄCKVERLUST: Geht das Gepäck verloren, haben Flugreisende Anspruch auf eine Entschädigung von maximal 1300 Euro. Als endgültig verschollen gelten Taschen und Koffer laut Verbraucherschützern nach etwa drei Wochen. Kommt das Gepäck verspätet an, kann der Reisepreis gemindert werden. Dafür gilt laut Verbraucherschützern die Regel "bis zu 25 Prozent" Preisminderung pro Tag ohne Gepäck. Die Ansprüche an die Airlines wickeln die Reiseveranstalter ab. Bei verspätetem Gepäck müssen Airlines auch für Einkäufe am Urlaubsort aufkommen. Dabei gilt das Prinzip der Schadensminderung. Passagiere sollten also zunächst nur das Nötigste und keine Luxusartikel einkaufen und die Quittungen aufheben.

Rechte von Zugreisenden

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(Foto: dpa)

VERSPÄTUNG: Fahrgäste bekommen ab einer Stunde Verspätung ein Viertel des Fahrpreises erstattet, ab zwei Stunden die Hälfte. Zusätzlich stehen den Reisenden ab einer Stunde auch Essen und Getränke zu, sofern verfügbar. Um die Entschädigung zu bekommen, müssen die Fahrgäste ein Fahrgastrechte-Formular ausfüllen, das sie entweder vom Zugpersonal oder an den Bahnhöfen bekommen. Dort können sich die Reisenden auch jeweils die Verspätung bestätigen lassen. Das Formular muss dann per Post an das Servicecenter Fahrgastrechte geschickt werden.

ZUGAUSFALL: Bei einem Zugausfall können sich Reisende ihr Ticket komplett erstatten lassen. Diese Regelung gilt bereits, wenn eine Verspätung von 60 Minuten am Zielort zu erwarten ist. Bricht der Reisende die Fahrt bei einer solchen Verspätung unterwegs ab, ersetzt die Bahn nur den Teil der Strecke, der noch nicht zurückgelegt wurde. Bei Ausfall oder Verspätungen von über einer Stunde zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens können Fahrgäste auf Taxi oder Bus ausweichen und bekommen maximal 80 Euro erstattet. Wird durch einen Zugausfall oder eine Verspätung eine Übernachtung nötig, kommt dafür ebenfalls die Bahn auf.

Quelle: n-tv.de, AFP

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