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Kein Absturz nach Kulturhauptstadtjahr Ruhrgebiet will Niveau halten

Das Ruhrgebiet will das Plus an Touristen, das ihr das Kulturhauptjahr eingebracht hat, unbedingt halten. Es dürfe "keinen Absturz geben", so Pleitgen, Chef der Ruhr.2010 GmbH. Über 30 Projekte sollen darum fortgesetzt werden - dauerhaft. Das Geld dafür wird wohl lockergemacht.

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Pleitgen (r) und Scheytt ziehen die Bilanz des Kulturhauptstadtjahres 2010 in den Ruhrgebietsstädten.

(Foto: dpa)

Die Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet will nach einem erfolgreichen Programm mehr als 30 Projekte dauerhaft fortsetzen. Das gelte etwa für die enge Zusammenarbeit der Museen in der Region unter dem Schlagwort "Ruhrkunstmuseen" oder die künstlerische Gestaltung des Rhein-Herne-Kanalufers. Das sagte Ruhr.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt bei einer Bilanz des Festjahres in Oberhausen. Am 18. Dezember feiert die Ruhr.2010 auf einer ehemaligen Zeche in Gelsenkirchen offiziell ihr Finale. Das Programm mit insgesamt 5500 Veranstaltungen läuft aber bis zum 31.12.2010 weiter.

Besucherrekord bei Ruhr.2010

Die Ruhr.2010 hatte mit einem Mix aus Unterhaltungs- und Hochkultur vom revierweiten Gesangstag "Day of song" bis zur Avantgarde-Dichterlesung rund 10,5 Millionen Menschen angezogen und damit einen Besucherrekord aufgestellt. Der Etat des Festjahres von 61,5 Millionen Euro konnte eingehalten werden. Im Gegensatz zu den Kulturhauptstädten 2010 in Istanbul und Pecs (Ungarn) gab es auch keinen Streit und Führungswechsel im Leitungsteam. Als Schatten liegt allerdings die Tragödie der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten über dem Kulturhauptstadtprogramm.

Erstmals hatte sich mit dem Ruhrgebiet unter der Führung der Industriestadt Essen eine ganze Region mit mehr als fünf Millionen Menschen als Kulturhauptstadt beworben. Nach dem Festjahr sehen sich die Ruhr.2010-Macher gleichauf mit den großen Zentren Europas: "Europa hat eine neue Sehenswürdigkeit", heißt es auf im Ruhrgebiet geklebten Großplakaten, die den Turm der Essener Zeche Zollverein neben dem Eiffelturm und dem schiefen Turm von Pisa zeigen.

"Wir haben gegen das veraltete Bild als heruntergekommene Industrieregion starke, frische Bilder gesetzt", sagte Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Ruhr.2010 GmbH. "Jetzt darf es aber keinen Absturz geben." Die Kulturhauptstadt Linz 2009 könne dabei durchaus als warnendes Beispiel dienen: Dort habe es nach einem schönen Programm 2009 mit vielen Besuchern in diesem Jahr einen Rückgang des Tourismus um 15 Prozent gegeben.

Zahlungsbereitschaft ist da

Entscheidend sei es, die Aktivitäten für die ganze 5,3-Millionen-Einwohner-Region auch künftig zu bündeln und nicht in altes Kirchturmdenken zurückzufallen, forderte Pleitgen. Als Klammer könne dabei die bestehende Gesellschaft Kultur Ruhr GmbH (Gelsenkirchen) dienen, die bisher mit Unterstützung des Landes NRW das renommierte Theater- und Opernfestival Ruhrtriennale trägt. In den Ruhr-Kommunen gibt es nach den Worten eines Regionalverbandssprechers eine Mehrheit dafür, ihre 2,4 Millionen Euro jährlicher Förderung für die Kulturhauptstadt auch weiterhin zu zahlen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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