Reise

Wolkenkratzer und Glasbauten Warschau setzt auf Moderne

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In den polnischen Nationalfarben Weiß und Rot gehalten, erinnert das Nationalstadion von Warschau ein wenig an die Königskrone des Adlers im polnischen Wappen.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Warschau hat nicht die Schönheit von Krakau oder das hanseatische Flair von Danzig. Reisende haben meist einen weiten Bogen um die polnische Hauptstadt gemacht. Zur Fußball-EM wird sich das ändern.

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Neue Glasbauten bilden in Warschau einen Kontrast zu den historischen Bauten wie dem weithin sichtbaren Kulturpalast (r).

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Früher war es für Ortsfremde recht einfach, sich im Warschauer Stadtzentrum zurecht zu finden - sie mussten einfach nach dem Kulturpalast Ausschau halten, der weithin sichtbar aufragte. Dieser ist noch immer das höchste Gebäude der polnischen Hauptstadt, aber moderne Bürogebäude haben die Skyline verändert. Inzwischen gilt Warschau als eine der zehn Städte mit der höchsten Wolkenkratzerdichte Europas.

Die modernen Glasbauten stehen auch für das neue Selbstbild des einst so grauen, von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gezeichneten Warschau. Die Stadt hat nicht die Schönheit Krakaus oder den hanseatischen Charakter von Danzig. Hier wird nicht geschlendert, der Puls Warschaus ist schnell. Und auch wenn viele Polen Warschau nicht gerade lieben, sind sich alle einig: Für Karriere, Erfolg und Geld sind in keiner anderen Stadt Polens die Chancen so groß.

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58.000 Plätze hat das neue Nationalstadion in Warschau.

(Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Städtereisende haben Warschau in der Vergangenheit eher die kalte Schulter gezeigt. Mit der Fußballeuropameisterschaft in diesem Jahr dürfte sich das ändern - das Eröffnungsspiel wird in Warschau ausgetragen, ebenso ein Viertelfinale und ein Halbfinale. Gute Gründe also, um die Stadt an der Weichsel doch einmal kennenzulernen.

Zerstörung und Wiederaufbau

Die Häuser entlang des Königswegs und in der Altstadt mit ihren pastell- und bonbonfarbenen Fassaden mögen zwar aussehen, als säumten sie schon ein paar Jahrhunderte die historische Flaniermeile Warschaus. Doch sie stammen fast ausschließlich aus der Nachkriegszeit - nach dem gescheiterten Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung im Sommer 1944 ließen die Nationalsozialisten die Stadt systematisch zerstören. Der Wiederaufbau des historischen Warschaus war für die Polen nach 1945 auch ein Stück Selbstbehauptung.

Vom Warschauer Schlossplatz aus ist am östlichen Weichselufer das neue, moderne Nationalstadion sichtbar. Die Stadionwände sind in den polnischen Nationalfarben weiß und rot gehalten, ein wenig erinnert die Stadionform an die Königskrone des Adlers im polnischen Wappen.

Fertigstellung mit Verspätung

Das Stadion mit seinen rund 58.000 Plätzen ist das größte und modernste Polens, auch wenn die lange Bauzeit den EM-Planern reichlich Kopfschmerzen bereitete. Denn ursprünglich sollte das Ende Januar eröffnete Stadion bereits acht Monate vorher fertig sein.

Quelle: ntv.de, dpa

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