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Klare Ansagen an Surf-Superstar Australien graut es vor neuem "Fall Djokovic"

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Kelly Slater in seinem Element.

(Foto: picture alliance / Erik Kabik Photography/ MediaPun)

Die australische Regierung macht im gerade zu Ende gegangenen "Fall Djokovic" unmissverständlich klar, dass sie den ungeimpften Tennisprofi nicht im Land haben will. Das Ringen um die Einreise des Superstars sorgt aber lange für Ärger. Künftig will die Regierung so etwas auf jeden Fall vermeiden.

Gerade erst hat die australische Regierung in einem langen, alle Parteien beschädigenden Prozess verhindert, dass der ungeimpfte Tennisprofi Novak Djokovic ins Land kommt, da droht schon der nächste Diskussion um einen Weltstar des Sports: Der Surfprofi Kelly Slater, seit Jahrzehnten eine der populärsten Figuren seines Sports, würde eigentlich gerne im März mit den besten Surfern der Welt in Australien um Punkte für die World Surf League kämpfen. Doch der US-Amerikaner macht noch ein Geheimnis um seinen Impfstatus - und hat bereits einige kontroverse Ansichten über den Covid-Impfstoff geäußert, darunter einen Instagram-Kommentar im Oktober, in dem er behauptete, er wisse "mehr darüber, wie man gesund ist, als 99 % der Ärzte". Der Tour-Veteran, der keine medizinischen Qualifikationen besitzt, hat zuvor gesagt, er sei nicht gegen Impfungen, aber gegen eine Impfpflicht.

Das macht australische Regierungsvertreter in Erinnerung an den "Fall Djokovic" offenbar so nervös, dass sie schon Monate vor den Events klare Botschaften aussenden. "Ich denke, dass wir im Fall Novak Djokovic ziemlich klar gesagt haben: Ohne Impfung kein Spiel", sagte Gesundheitsminister Greg Hunt dem australischen Fernsehsender Channel 9. "Es ist eine ziemlich einfache Botschaft, egal welcher Sport, wir sind unparteiisch. Ich hoffe, Slater lässt sich impfen und ich hoffe, er tritt an."

Zur Erinnerung: Djokovic war mit einem Visum nach Australien gereist, erst bei der Einreise wurde das Visum annulliert. Die von Djokovic vorgelegte medizinische Ausnahmegenehmigung reichte nicht, um den strengen Einreisevoraussetzungen in "Down Under" zu genügen. Der Bundesstaat Victoria, in dem die Australian Open ausgetragen werden, hatte Djokovic das umstrittene Visum erteilt, vor den staatlichen Behörden hatte es keinen Bestand mehr. "Jede Person, die nach Australien einreisen möchte, muss unsere strengen Grenzbestimmungen einhalten", hatte Innenministerin Karen Andrews betont. Die Regionalregierung des Bundesstaates Victoria und Tennis Australia könnten einem nicht geimpften Spieler zwar die Teilnahme an dem Turnier gestatten, die Grenzregeln würden jedoch von der Nationalregierung überwacht.

"Die Regeln gelten für alle"

Es folgte ein erbittertes Ringen, zweimal landete man vor einem Richter, die Causa eskalierte so, dass sich die Regierungschefs Serbiens und Australiens regelmäßig zum Stand der Dinge äußerten. Am Ende standen die Ausweisung Djokovics und schwere diplomatische Verwerfungen. Slater kommentierte das Verfahren, man könne "vielleicht das Stockholm-Syndrom jetzt in Melbourne/Australien-Syndrom umbenennen". Der elffache Weltmeister sehe "so viel gehirngewaschener Hass in den Herzen der Menschen, unabhängig vom Impfstatus."

Der Premierminister des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, hofft, dass sich die Geschichte um Djokovic nicht wiederholt. "Es ist wichtig, dass die Regierung Klarheit darüber schafft, wer ins Turnier kommt und wer nicht", sagte Andrews. Er halte es aber für sehr unwahrscheinlich, dass die Regierung nach dem Djokovic-Desaster Gespräche mit der World Surf League über mögliche Ausnahmeregelungen für ungeimpfte Sportler aufnehmen werde. Man wolle "kein Drama, keine Seifenoper".

Die World Surf League hat als Veranstalter zwar keine Impfungen für ihre Surfer vorgeschrieben, aber ihr Asien-Pazifik-Geschäftsführer Andrew Stark erklärte gegenüber den australischen Zeitungen "The Herald" und "The Age", dass man "die Einreiserichtlinien der Regierung jedes Landes, das wir für unsere Veranstaltungen besuchen, strikt befolgen" werde. "Wir ermutigen jeden, der dazu in der Lage ist, sich impfen zu lassen, und haben jeden, der mit der WSL in Verbindung steht, darauf hingewiesen, dass ungeimpfte Personen auf ihren Reisen um die Welt auf erhebliche Probleme stoßen können und ihnen die Einreise in bestimmte Länder untersagt werden könnte", sagte Stark.

Schon am Mittwoch hatte der Bundesminister für Sport, Richard Colbeck, darauf hingewiesen, dass es für Slater "keine Chance gebe, ins Land zu kommen", wenn er nicht geimpft sei. "Ich gehe davon aus, dass er die Regeln kennt", sagte Colbeck der Zeitung "Nine". "Es spielt keine Rolle, ob man Surfer, Tennisspieler, Tourist oder sonst jemand ist, das sind die Regeln. Sie gelten für alle."

Quelle: ntv.de, ter

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