Sport

Deutsche Reiterei im Glück B-Probe nicht verwertbar

Der Springreiter Daniel Deusser (25) bleibt trotz einer positiven A- und B-Dopingprobe ohne Strafe. Der Internationale Reitverband FEI bestätigte am Donnerstag den Nachweis der verbotenen Substanz Reserpine in der Kontrolle von Deussers Pferd Air Jordan beim zweiten Platz im Weltcup-Finale in Las Vegas. Zugleich hieß es jedoch in einer Mitteilung: "Auf der Basis einer Vielzahl von Faktoren, die an das Testverfahren gebunden sind und der Zuverlässigkeit der Proben in diesem Fall, hat der Untersuchungsausschuss entschieden, dass nicht festgestellt werden kann, dass eine Regel verletzt wurde."

Nähere Angaben zu den Problemen beim Testverfahren machte die FEI nicht. Der Reiter sei über den Ablauf informiert worden, hieß es jedoch. Der im niederländischen Valkenswaard lebende Deusser hatte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag allerdings gesagt: "Ich weiß nichts von einer positiven A-Probe, ich kann mir das nicht erklären."

Nach Angaben des Fachmagazins "Pferdesport International" könnte ein Siegel gefehlt haben und zudem erst im zweiten Versuch die A- Probe durch die B-Probe bestätigt worden sein. Möglicherweise gibt es auf Grund dieser Schwierigkeiten keine Strafe für Deusser. Die FEI gab keine Details bekannt, ebenso wenig der deutsche Reitverband FN. Der aktuelle Fall wirft erneut einen Schatten auf die FEI. Denn es ist nicht das erste Mal, dass wegen falscher Handhabung trotz Doping- Nachweises keine Strafe ausgesprochen wurde. Die Untersuchung wurde im Dopinglabor in Paris durchgeführt.

Reserpine wird in der Humanmedizin unter anderem bei Schizophrenie und Bluthochdruck eingesetzt. "Besonders junge Pferde, die sich beispielsweise widersetzlich beim Schmied oder Tierarzt verhalten, die sich gegen das Anreiten sträuben und deren Verhaltensweisen für den Menschen lebensgefährlich werden können, lassen sich mit Reserpine gefügiger machen", schreibt das Fachmagazin. "Reserpine kommt auch bei Hochleistungssportpferden zum Einsatz, weil die Substanz den Turnierstress besonders bei lauten und turbulenten Hallenveranstaltungen minimiert."

Deusser, der bei dem niederländischen Pferdehändler Jan Tops arbeitet, hat im vergangenen Jahr eine steile Karriere gemacht. Beim Weltcup-Finale in Las Vegas war er am 22. April überraschend Zweiter hinter dem Schweizer Beat Mändli geworden und ist inzwischen Mitglied des B-Kaders. Der in der Weltrangliste auf Platz zwölf vorgerückte Springreiter wurde in Wiesbaden geboren und hatte vor dem Wechsel in den Stall Tops mehrere Jahre beim ehemaligen Weltmeister Franke Sloothaak in Borgholzhausen gearbeitet. Tops, mit den Niederlanden 1992 Olympiasieger, ist neben Paul Schockemöhle einer der wichtigsten Pferdehändler der Welt.

von Michael Rossmann, dpa

Quelle: n-tv.de