Sport

Anti-Doping-Gesetz Bach will Hilfe vom Staat

Thomas Bach hat vom Staat mehr Unterstützung beim Kampf gegen das Doping gefordert. "Wir werden in Zeiten der hektischen, oberflächlichen und teils populistischen Diskussion nicht von unserer Null-Toleranz-Position abrücken. Wir müssen die Athleten schnell, hart und international durchsetzbar bestrafen, aber auch die Hintermänner belangen können", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als Ehrengast des 5. Ordentlichen Landessporttages Sachsen-Anhalts in Halle.

Doping sei heute ein hochwissenschaftliches System, bei dem Ärzte und Laboratorien Athleten gezielt an Grenzwerte heranführen, meinte der ranghöchste Sportfunktionär Deutschlands: "Diese teilweise sogar Mafia ähnlichen Strukturen kann der Sport, der kein Ermittlungsrecht gegen die Hintermänner hat, nicht zerschlagen." Außerdem sprach er sich erneut dafür aus, "dass wir Sportler auf Grund eines positiven Tests sofort bestrafen können und es nicht zu langwierigen Prozessen vor ordentlichen Gerichten kommt. Dann sind wir machtlos und machen im Kampf gegen das Doping fünf Schritte zurück."

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in zwei Jahren in Peking erwartet der DOSB-Präsident keine Wunderdinge. "Unsere Konzepte sind langfristig auf die Olympischen Spiele 2012 in London ausgerichtet. Die fallende Tendenz im deutschen Spitzensport können wir nicht kurzfristig umdrehen. Unsere Athleten werden sich in China im Wettkampf gegen die USA, Russland, Australien und die Gastgeber nach der Decke strecken müssen", prophezeite Bach.

Der DOSB-Präsident betonte aber auch die gesellschaftspolitische Rolle des Spitzen- und Breitensport: "Der Sport führt Menschen zusammen und fördert Toleranz, gegenseitige Achtung sowie Respekt." Es sei jedoch gefährlich, "dass Randgruppen die Popularität des Sports zu Gewalt und Rassismus nutzen", warnte Bach: "Der Sport ist das Gegenteil von Gewalt."

Quelle: ntv.de