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"Mobbing vom Allerfeinsten" Basler rechnet mit Bayern ab

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Mario Basler wirft seinem Ex-Klub Bayern München in seiner Ende März erscheinenden Biografie vor, seinen Abschied im November 1999 absichtlich erzwungen zu haben. "Das war Mobbing vom Allerfeinsten", schreibt der 36 Jahre alte Trainer des Regionalligisten Jahn Regensburg über den in der so genannten "Pizza-Affäre" gipfelnden Streit mit den Bayern-Bossen, der zu Baslers Abschied beim Rekordmeister geführt hatte.

Auslöser der Verstimmungen sei jedoch nicht die Rangelei zwischen Basler und einem Gast in dem Restaurant in Donaustauf gewesen, sondern "dass ich Kalle Rummenigge einen Korb gab", berichtet Basler in der "Bild am Sonntag", die Auszüge aus seinem Buch ("Super-Mario") druckt. Nach dem Champions-League-Endspiel gegen Manchester United (1:2) im Mai 1999 hatte Vorstandsboss Rummenigge Basler einen "Vertrag auf Lebenszeit" angeboten, den der Mittelfeldspieler jedoch ablehnte. "Von diesem Zeitpunkt an war die Jagd auf mich eröffnet", behauptet Basler.

Danach hätten die Bayern-Verantwortlichen Gründe gesucht, um Basler "kleinzukriegen" - und in der "Pizza-Affäre" einen Anlass gefunden, ihn zu suspendieren. "Ich schwöre noch heute: Ich habe nicht geschlagen, ich habe nichts gemacht", verteidigt sich Basler. Dennoch musste er "vor dem 'obersten Gerichtshof' antreten". Manager Uli Hoeneß und Rummenigge hätten Basler in die Mangel genommen, dazu seien Präsident Franz Beckenbauer, der damalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld und Finanzchef Karl Hopfner anwesend gewesen.

Hoeneß habe die Sitzung angeblich mit den Worten eröffnet: "Egal was du sagst, es ist gelogen." Beckenbauer schlichtete, nachdem es "laut, gar aggressiv" zugegangen war. "Der 'oberste Gerichtshof' wurde ohne Ergebnis abgebrochen, weil ich die 50.000 Mark Geldstrafe nicht akzeptieren wollte", schreibt Basler. Er habe ohnehin "nie Strafen bezahlt. Die waren doch nur für die Öffentlichkeit bestimmt".

Trotz der Umstände seiner Suspendierung bei den Bayern hat Basler auch Positives über den 18-maligen deutschen Meister zu berichten. "Der FC Bayern ist eine andere Dimension. In Deutschland gibt es nichts Vergleichbares. Das ist so perfekt und so gut organisiert, so professionell geplant wie nirgendwo sonst", meinte der gebürtige Pfälzer. Die Münchner erhöhten Gehälter, ohne dass die Spieler hätten verhandeln müssen. "Die lassen dich hochleben - wenn du gute Leistungen bringst. Aber wenn einer wie ich wagt, gegen den Strom zu schwimmen, dann lassen sie dich eiskalt fallen."

Quelle: n-tv.de