Sport

Volksentscheid um Winterspiele 2022 Bayern wollen Olympia nicht

3f132639.jpg8932720512764164307.jpg

Plakat von Olympia-Befürwortern in Garmisch-Partenkirchen.

(Foto: dpa)

Das Münchner Olympia-Projekt ist bei den Bürgern durchgefallen. Beim Bürgerentscheid in Garmisch-Partenkirchen stimmt eine knappe Mehrheit gegen eine Bewerbung um die Winterspiele 2022.

Sieg für "NOlympia": München und seine Partnergemeinden werden 2022 keine Olympischen Winterspiele ausrichten. Die Befürworter einer Bewerbung erlitten bei einem Bürgerentscheid eine Niederlage, nachdem früh am Abend aus Garmisch-Partenkirchen ein Votum gegen eine Bewerbung der bayerischen Landeshauptstadt vorlag.
Schon kurz nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr war nach der Auszählung der ersten Stimmbezirke und Gemeinden der Trend für eine Niederlage der Befürworter zu erkennen.

Insgesamt waren in München, Garmisch-Partenkirchen sowie in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein knapp 1,3 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, für oder gegen eine zweite Bewerbung unter Federführung der bayerischen Landeshauptstadt nach 2018 zu stimmen. Bei der Wahl für 2018 hatte München klar gegen Pyeongchang/Südkorea verloren. Nach der freiwilligen Vorgabe von Politik und Sport wäre das oberbayerische Olympia-Projekt bereits bei einem negativen Abstimmungsergebnis geplatzt.

"Man weiß nie, wie gut die Mobilisierung bei den Menschen funktioniert", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bei der Abgabe seiner Stimme im Wahllokal. Das Rennen galt bis zuletzt als völlig offen.

Bewerbung für 2018 war gescheitert

Befürworter und Gegner einer zweiten Winterspiel- Kandidatur von München nach der gescheiterten Bewerbung für Olympia 2018 hatten sich in den vergangenen Wochen einen intensiven Meinungsstreit geliefert. Ude beschwor immer wieder die seiner Meinung nach einzigartige Chance, dass München als erste Stadt überhaupt ein halbes Jahrhundert nach den Sommerspielen 1972 auch Gastgeber von Winter-Olympia werden könnte.

Das sportliche Konzept wurde gegenüber der ersten gescheiterten Bewerbung für die Winterspiele 2018 modifiziert. Neu hinzu käme als vierter Wettkampfort Ruhpolding, wo um Medaillen im Biathlon und Skilanglauf gekämpft würde. Damit würde sich der Neubau von Wettkampfstätten verringern. Die Kosten der Spiele wurden mit 3,3 Milliarden Euro veranschlagt, die Bewerbungskampagne mit 29 Millionen Euro. Die Gegner führten als Hauptargumente gegen ein bayerisches Wintermärchen die Eingriffe in die sensible Natur der Alpenregion, "Knebelverträge" mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und eine von ihnen befürchtete Kostenexplosion an.

Deutscher Alpenverein dagegen

Kurz vor den vier Bürgerentscheiden hatte sich der Deutsche Alpenverein (DAV) am Samstag auf seiner Hauptversammlung in Ulm mit großer Mehrheit gegen Winterspiele 2022 ausgesprochen. Begründet wurde das mit den nötigen Eingriffen in die Natur. Präsident Josef Klenner sprach von einer "sehr klaren Entscheidung" und einer "sehr deutlichen Positionierung" des Alpenvereins, der auch dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) angehört. Die übrigen DOSB-Mitgliedsorganisationen hatten einmütig für die Olympia-Bewerbung gestimmt.

Die Bewerbungsfrist für die Winterspiele 2022 beim IOC läuft am Donnerstag ab. Bei der ersten Bewerbung für 2018 hatte München deutlich gegen das südkoreanische Pyeongchang verloren. Als mögliche Konkurrenten für Olympia in neun Jahren haben sich bislang Oslo, Peking, Krakau, Almaty in Kasachstan und das ukrainische Lwiw formiert. Das IOC entscheidet über den Ausrichter der Winterspiele 2022 am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias.

Quelle: n-tv.de, sid/dpa

Mehr zum Thema