Sport
Freitag, 09. April 2004

Dopingvorwürfe gegen Cofidis: Bislang acht Anklagen

Die seit Januar in Frankreich schwelende Doping-Krise um das Cofidis-Team hat sich am Freitag dramatisch ausgeweitet. Das "L'Equipe"-Magazin zitierte aus einem 3.000 Seiten-Dossier des Untersuchungsrichters, in dem der Cofidis-Arzt Jean-Jacques Menuet, der Mediziner des französischen Verbandes, Armand Megret, und weitere Personen schwer belastet werden. Das französische Profi-Team kündigte daraufhin an, einen sofortigen Verkaufsstopp des Magazins erwirken zu wollen, weil die Angaben nicht der Wahrheit entsprächen. Menuet betreut auch französische Leichtathleten. Auch Zeitfahr-Weltmeister David Millar (Schottland) wird jetzt des Dopings verdächtigt.

In der Cofidis-Affäre wurden bisher acht Personen unter Anklage gestellt, darunter die in Frankreich prominenten Philippe Gaumont und Cedric Vasseur, ehemaliger Träger des Gelben Trikots bei der Tour de France. Der inzwischen von seinem Team suspendierte Gaumont klagte in seinem umfassenden Geständnis den Teamarzt an, Doping geduldet und zum Teil unterstützt zu haben.

Schatten fielen in diesem Zusammenhang auch zum ersten Mal auf den für Cofidis fahrenden Millar, der bei der vergangenen Tour das abschließende Zeitfahren in Nantes gewonnen hatte. Gaumont sei aufgefordert worden, Medikamenten-Reste der speziellen "Millar-Präparation" vor einem Zeitfahren zu benutzen.

In dem Dossier ist von den gleichen verbotenen Präparaten die Rede, die zum Teil in Haarproben von Vasseur und Gaumont nachgewiesen wurden, und von denen auch der spanische "Kelme"-Fahrer Jesus Manzano in seinem viel beachteten Doping-Geständnis in der spanischen Zeitung "As" gesprochen hatte: EPO, Kokain, Testosterone, Wachstumshormone und das offensichtlich vor Zeitfahren angewendete Actovegin. Das auf der Dopingliste stehende Rheumamittel soll Gaumont nach eigenen Angaben in Deutschland verschrieben bekommen haben.

Quelle: n-tv.de